Rheinmetall Aktie: 40 Milliarden für Arminius-Programm

Rüstungskonzern Rheinmetall verzeichnet starkes Wachstum und hohe Auftragsbestände, während die Aktie auf ein Jahrestief fällt. Quartalszahlen und Hauptversammlung stehen bevor.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie fällt auf Jahrestief trotz Wachstum
  • Quartalszahlen am 7. Mai erwartet
  • Dividende soll auf 11,50 Euro steigen
  • Arminius-Rahmenvertrag als Kurstreiber

Starke Auftragsbücher, schwache Kurse — bei Rheinmetall klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Obwohl der Rüstungskonzern massiv wächst und Kapazitäten ausbaut, fiel die Aktie Ende April auf ein neues Zwölf-Monats-Tief bei rund 1.330 Euro. Marktbeobachter sehen momentan technische Faktoren am Werk, welche die fundamentalen Nachrichten überlagern. Das dürfte eine spannende Woche für den Düsseldorfer Konzern einläuten.

Berichtssaison und Hauptversammlung

Am 7. Mai öffnet das Management die Bücher für das abgelaufene Quartal. Aktionäre achten dabei besonders auf die operativen Margen und den aktuellen Auftragsbestand. Fünf Tage später findet die virtuelle Hauptversammlung statt.

Auf der Tagesordnung steht eine deutlich höhere Gewinnausschüttung. Die Eigentümer stimmen über eine vorgeschlagene Dividende von 11,50 Euro je Anteilsschein ab. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 8,10 Euro.

Die ehrgeizigen mittelfristigen Ziele unterstreichen das operative Momentum. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet der Vorstand mit einem Umsatzsprung um gut 40 Prozent auf bis zu 14,5 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen noch knapp zehn Milliarden Euro.

Das Großprojekt Arminius

Das potenziell stärkste Kurssignal liegt indes noch in der Warteschleife. Mit dem Programm „Arminius“ plant die Bundeswehr den größten Radpanzer-Kauf ihrer Geschichte. Der Rahmenvertrag soll mehr als 3.000 zusätzliche GTK Boxer umfassen.

Das Gesamtvolumen taxiert Konzernchef Armin Papperger auf bis zu 40 Milliarden Euro. Davon würden voraussichtlich rund 22 Milliarden Euro auf die Düsseldorfer entfallen. Die Abwicklung läuft über das Joint Venture ARTEC, an dem Rheinmetall die Mehrheit hält.

Zunächst plant die Bundeswehr den festen Abruf von etwa 1.800 Fahrzeugen. Der flexible Rahmenvertrag erspart langwierige Einzelverhandlungen für verschiedene Modellvarianten.

Zukauf im Bereich Autonomie

Parallel zum klassischen Rüstungsgeschäft positioniert sich das Unternehmen bei unbemannten Systemen. Rheinmetall übernimmt 51 Prozent der Anteile am kroatischen Spezialisten DOK-ING. Der Gründer behält die restlichen 49 Prozent.

Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Die Transaktion benötigt noch die Freigabe der zuständigen Regulierungsbehörden. DOK-ING hat bisher rund 500 Plattformen ausgeliefert, die unter anderem in der Ukraine zur Minenräumung eingesetzt werden.

Die außergewöhnlich hohe Sichtbarkeit der Erlöse stützt das fundamentale Bild des Konzerns. Ein konkreter Auslöser für eine Neubewertung der Aktie steht bereits im Kalender: Der Abschluss des Arminius-Vertrags wird zwischen Anfang und Mitte 2026 erwartet. Fällt die Entscheidung in den kommenden Wochen, liefert das den lange erwarteten Impuls für das Orderbuch.

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Rheinmetall Aktie

1.357,80 EUR

+ 20,20 EUR +1,51 %
KGV 60,96
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,86 %
Marktkapitalisierung 62,77 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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