Rheinmetall Aktie: 500-Millionen-Auftrag für 149 Rettungsstationen

Rheinmetall erhält neue Rettungsstations-Aufträge, doch Analysten warnen vor Umsatzlücke ab 2028. Aktie fällt auf 1.180 Euro.

Felix Baarz ·
Moderne, technologisch fortschrittliche Rettungsstation in einer weitläufigen Landschaft bei Sonnenuntergang. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kursverlust von 2,6 Prozent
  • Warnung vor Auftragslücke ab 2028
  • Neue Rettungsstationen für Bundeswehr
  • Uneinige Analysten zu Kurszielen

Rheinmetall-Aktionäre erleben derzeit ein Wechselbad der Gefühle. Während der Konzern operativ weiter aufrüstet und neue Aufträge einsammelt, warnen Experten vor einer möglichen Auftragslücke ab 2028 – eine Sorge, die den Kurs am Dienstag belastete. Die Aktie schloss am Mittwoch bei 1.180,00 Euro, nach einem Tagesminus von 2,6 Prozent.

Warnung vor Produktionsengpässen drückt Stimmung

Laut einem Medienbericht vom Mittwoch warnen Experten vor einer „gewaltigen Auftragslücke“ bei Rheinmetall. Grund seien die langen Produktionszeiten im Fahrzeugbereich: Neu eingehende Bestellungen würden demnach erst nach 2028 voll umsatzwirksam. Diese zeitliche Verzögerung zwischen Auftragseingang und tatsächlicher Umsatzrealisierung wirft die Frage auf, ob das Wachstumstempo der vergangenen Jahre so fortgesetzt werden kann.

Die Sorge trifft auf einen Kurs, der sich bereits deutlich von seinen Höchstständen entfernt hat. Mit 1.180,00 Euro notiert die Aktie 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das Rheinmetall im Oktober vergangenen Jahres erreicht hatte. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von 24 Prozent zu Buche, auch seit Jahresbeginn beläuft sich der Rückgang auf 24 Prozent.

Neue Aufträge trotz Wachstumssorgen

Parallel zu den Zukunftssorgen liefert Rheinmetall weiter operative Substanz. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) rief am Montag 149 zusätzliche mobile Rettungsstationen aus einem Rahmenvertrag von 2024 ab. Der Auftragswert liegt bei über 500 Millionen Euro brutto. Damit wächst das Gesamtvolumen dieses Projekts auf 165 Systeme im Wert von mehr als 600 Millionen Euro.

Auch im Verteidigungsbereich zeigt Rheinmetall technologische Fortschritte. Gemeinsam mit Hensoldt demonstrierte der Konzern im Rahmen der Luftwaffenübung „Timber Express 2026“ die erfolgreiche Integration des passiven Twinvis-Radars in das Skymaster-Führungs- und Waffeneinsatzsystem. Die Übung belegt die NATO-konforme Vernetzung zur Steuerung von Skynex-Flugabwehrbatterien – ein Baustein für die europäische Luftverteidigungsarchitektur.

Analysten uneins über weiteren Kursverlauf

Die Einschätzungen der Analysehäuser fallen unterschiedlich aus. RBC nahm die Coverage am 13. August mit „Outperform“ und einem Kursziel von 1.600 Euro neu auf. Begründet wird dies mit der starken Positionierung Rheinmetalls in der europäischen Aufrüstung sowie einem erwarteten EBITA-Wachstum von 35 Prozent pro Jahr bis 2030.

JPMorgan-Analyst David Perry äußerte sich am 17. August zurückhaltender. Er beließ die Einstufung bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 1.350 Euro und verwies darauf, dass den starken Ergebnissen des zweiten Quartals zunehmende mittelfristige Unsicherheiten gegenüberstünden – eine Formulierung, die sich mit der aktuellen Diskussion um die Auftragslücke deckt.

Der zuletzt gestoppte Fregattenauftrag F126, dessen Neuvergabe an den Wettbewerber ThyssenKrupp Marine Systems ging, hatte bereits im August zu einer Senkung der Jahresprognose geführt. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Debatte um künftige Auftragseingänge zusätzliche Brisanz.

Als möglicher nächster Impulsgeber gilt eine für Dezember erwartete Entscheidung über weitere Budgetzuteilungen und Großaufträge, die die nächste Kursstufe einläuten könnte – vorausgesetzt, die Sorgen um die Produktionskapazitäten lassen sich bis dahin entkräften.

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Rheinmetall Aktie

1.031,00 EUR

– 5,00 EUR -0,48 %
KGV 39,68
KUV 4,38
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,07 %
Marktkapitalisierung 48,06 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.669,86 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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