Rheinmetall Aktie: 56 Elefant-2-Transporter bestellt

Rheinmetall sichert sich einen 60,5 Millionen Euro schweren Auftrag für 56 Schwerlasttransporter. Analysten senken trotzdem die Kursziele, sehen aber weiteres Potenzial.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • 56 neue Elefant 2 bestellt
  • Auftragswert von 60,5 Millionen Euro
  • Analysten korrigieren Kursziele nach unten
  • Quartalszahlen am 6. August erwartet

Die Bundeswehr hat bei Rheinmetall 56 weitere Schwerlasttransporter vom Typ Elefant 2 bestellt. Der Auftragswert liegt bei rund 60,5 Millionen Euro brutto, die Auslieferung durch die Tochtergesellschaft Rheinmetall MAN Military Vehicles ist für 2026 und 2027 vorgesehen. Der zugrunde liegende Rahmenvertrag aus dem Jahr 2018 sieht ursprünglich bis zu 137 Fahrzeuge vor, nach einer ersten Bestellung über 32 Einheiten wächst das Gesamtvolumen nun auf 122 Millionen Euro.

Elefant 2 ergänzt bestehende Logistikflotte

Der Elefant 2, technisch als HX81 bekannt, bringt 680 PS auf die Straße, erreicht bis zu 89 Kilometer pro Stunde und schafft ein Zuggesamtgewicht von 135 Tonnen. Eine Doppelwinde des Herstellers Rotzler mit 20 Tonnen Zugkraft gehört ebenfalls zur Ausstattung. Das Fahrzeug ergänzt den bereits im Bundeswehr-Bestand befindlichen gepanzerten Mammut und soll die Logistikfähigkeiten im NATO-Verbund stärken. Für Rheinmetall reiht sich der Auftrag in eine Serie militärischer Beschaffungen ein, die den Konzern in den vergangenen Jahren zu einem der zentralen Rüstungslieferanten Europas gemacht haben.

Parallel zur Fahrzeugorder treibt Rheinmetall den Ausbau seiner Munitionsproduktion voran. In der Pulverfabrik Aschau investiert der Konzern 650 Millionen Euro im Rahmen des sogenannten Firepower-Programms, davon 350 Millionen Euro direkt in den Standortausbau. Die Kapazität für Treibladungspulver soll bis 2030 auf 20.000 Tonnen pro Jahr steigen, die Belegschaft am Standort wächst von 800 auf 1.300 Beschäftigte. Erste 155-Millimeter-Artilleriegeschosse aus einem neuen Werk in Niedersachsen sind bereits an die Ukraine geliefert worden.

Analysten senken Kursziele, sehen aber weiter deutliches Potenzial

Trotz der Investitionsoffensive haben mehrere Analysehäuser ihre Kursziele für die Rheinmetall-Aktie zuletzt nach unten korrigiert. UBS siedelt ihr Ziel nun bei 1.600 Euro an, Jefferies bei 1.300 Euro – deutlich vorsichtiger als Barclays mit 2.000 Euro. Deutsche Bank und Berenberg liegen mit 1.800 beziehungsweise 1.600 Euro dazwischen. Auch nach den Abstufungen bleibt damit selbst die konservativste Einschätzung klar über dem aktuellen Kursniveau. Belastend wirkt neben der allgemeinen Neubewertung der Rüstungswerte eine mögliche Stornierung im F126-Fregattenprogramm, die 2026 einen Umsatzverlust von bis zu 300 Millionen Euro bedeuten könnte. Zusätzlich hat China Exportkontrollen gegen Rheinmetall und 13 weitere europäische Unternehmen verhängt.

Anleger richten den Blick nun auf den 6. August, wenn Rheinmetall seine Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 6,06 Euro, nach 2,90 Euro im Vorjahresquartal – eine mögliche Verdopplung, die den zuletzt schwächeren Kursverlauf relativieren könnte.

Kurs reagiert positiv auf Nachrichtenlage

Die Aktie notiert am heutigen Montag bei 1.047,80 Euro und legt um 1,47 Prozent zu. Der Titel bleibt damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.114,50 Euro entfernt und liegt seit Jahresbeginn mit minus 32,51 Prozent klar im Minus. Gestützt wird die Erholung der vergangenen Tage auch von der allgemeinen Marktstimmung: Der DAX kletterte am Morgen auf den höchsten Stand seit fast drei Wochen, nachdem die USA ihre Angriffe auf den Iran nach 13 Nächten eingestellt hatten und der Ölpreis merklich nachgab, wie das Handelsblatt berichtete.

Für Anleger bleibt die Gemengelage bei Rheinmetall gespalten: Operativ liefert der Konzern mit dem Elefant-2-Auftrag und dem Firepower-Ausbau weiter Substanz für sein Wachstumsnarrativ. Die gesenkten, aber weiterhin optimistischen Kursziele der Analysten signalisieren indes, dass der Bewertungsabschlag seit dem Rekordhoch im Herbst noch nicht als überzogen gilt. Der Quartalsbericht am 6. August dürfte zeigen, ob die operative Dynamik den Belastungsfaktoren aus Fregattenstorno und chinesischen Exportbeschränkungen standhält.

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KGV 45,66
Sektor Industrieunternehmen
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