Rheinmetall Aktie: 60 Prozent Wachstum trotz F126-Aus

Rheinmetall verliert durch das Aus der Fregatte F126 bis zu 300 Millionen Euro Umsatz, verzeichnet aber im Kerngeschäft ein starkes Wachstum von über 50 Prozent.

Eduard Altmann ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bundeswehr stoppt Fregatten-Projekt F126
  • Umsatzausfall von bis zu 300 Millionen Euro
  • Kerngeschäft wächst im zweiten Quartal stark
  • Aktie bleibt trotz Erholung unter Druck

Die Bundeswehr hat der Fregatte F126 eine Absage erteilt. Rheinmetall muss deshalb bis zu 300 Millionen Euro weniger Umsatz einplanen. Gleichzeitig läuft das operative Geschäft so gut wie lange nicht mehr.

Fregatten-Aus belastet Auftragsziele

Das Bundesverteidigungsministerium hat das Fregattenprojekt F126 nach jahrelangen Verzögerungen und Kostenexplosionen gestoppt. Stattdessen entschied sich das Ministerium für eine kleinere Variante des Konkurrenten TKMS. Für Rheinmetall bedeutet das einen Umsatzausfall von bis zu 300 Millionen Euro im laufenden Jahr.

Auch bei den Aufträgen muss der Konzern zurückrudern. Die sogenannte Nomination wird im zweiten Quartal nur ein niedriges zweistelliges Milliarden-Niveau erreichen. Rheinmetall hatte zuvor 20 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Der Konzern prüft nun, ob das Programm die Gesamtjahresprognose weiter belastet. Mehr Klarheit soll es am 6. August bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen geben. Der geplante Beitrag zur mittelfristigen Prognose für 2030 lag laut Unternehmensangaben ohnehin unter drei Prozent.

Starkes Wachstum trotz Rückschlag

Trotz des Rückschlags läuft das Kerngeschäft rund. Im zweiten Quartal dürfte das Umsatzwachstum über 60 Prozent liegen. Ein Analyst rechnet konkret mit einem Plus von 59 Prozent auf fast 3,1 Milliarden Euro.

Bei den Aufträgen schlägt sich Rheinmetall nach Einschätzung des Analysten besser als erwartet – trotz der F126-Absage. Er hatte für das Quartal acht Milliarden Euro angenommen.

Nicht alle Analysten teilen den Optimismus. JPMorgan senkte die Gewinnschätzungen je Aktie bis 2030. Die Bank begründet den Schritt mit schnelleren technologischen Umbrüchen in der Wehrtechnik und einer langsameren Auftragsvergabe der Bundesregierung als erwartet. Die mittelfristigen Ziele hält JPMorgan deshalb für zunehmend ambitioniert.

Kurs bleibt unter Druck

Die Aktie schloss am Freitag bei 1.097 Euro, ein Minus von 0,51 Prozent. Auf Wochensicht steht trotzdem ein Plus von 16,63 Prozent zu Buche. Das zeigt: Die Erholung des Sektors hatte zuletzt Fahrt aufgenommen, bevor die F126-Meldung neue Unsicherheit brachte.

Auf Monatssicht bleibt das Papier mit minus 8,02 Prozent im Rückstand. Seit Jahresbeginn beträgt der Verlust 31,50 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro aus dem September trennen die Aktie inzwischen 45 Prozent.

KNDS verschiebt Börsengang

Parallel zur F126-Nachricht sorgte ein Ereignis beim Wettbewerber für zusätzliche Bewegung im Sektor. Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS verschiebt seinen geplanten Börsengang. Die Aktionäre wollen den Prozess erst wieder aufnehmen, wenn sich das Marktumfeld für europäische Rüstungsaktien erholt hat.

Den Ausschlag gaben Kursverluste in der Branche – Rheinmetall gilt für viele Investoren als engster Vergleichsmaßstab für KNDS. Auch bei der Bewertung gingen die Meinungen auseinander. Laut „Financial Times“ wollten wichtige Investoren KNDS mit rund zwölf Milliarden Euro bewerten, Banker hielten 15 Milliarden Euro für realistisch. Vor einigen Monaten war sogar von bis zu 20 Milliarden Euro die Rede gewesen.

Die Bundesregierung lässt sich von der Verschiebung nicht abschrecken. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, man respektiere die Entscheidung des Unternehmens. Am geplanten Einstieg gemeinsam mit den französischen Partnern hält die Regierung fest.

Am 6. August will Rheinmetall mit den Quartalszahlen mehr Klarheit über die tatsächlichen Folgen der F126-Stornierung schaffen. Bis dahin pendelt die Aktie zwischen starkem operativem Momentum und der Unsicherheit rund um Großprojekte und Sektorbewertung.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 4. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Rheinmetall Aktie

1.093,40 EUR

– 21,60 EUR -1,94 %
KGV 48,67
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,09 %
Marktkapitalisierung 51,35 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

Community Forum zu Rheinmetall

Ähnliche Artikel

SK Hynix Aktie: Nasdaq-Debüt als Zäsur

SK Hynix Aktie: Nasdaq-Debüt als Zäsur

IPOs ·
WisdomTree Silver 3x: 15,88% Wochenplus nach US-Arbeitsmarkt-Schock

WisdomTree Silver 3x: 15,88% Wochenplus nach US-Arbeitsmarkt-Schock

ETFs ·
IREN Aktie: 800-Millionen-Boni belasten

IREN Aktie: 800-Millionen-Boni belasten

Bitcoin ·
Green Bridge Metals Aktie: Bohrstart als Bewährungsprobe

Green Bridge Metals Aktie: Bohrstart als Bewährungsprobe

Rohstoffe ·
Commerzbank Aktie: UniCredit kontrolliert 42,5 Prozent

Commerzbank Aktie: UniCredit kontrolliert 42,5 Prozent

Banken & Versicherungen ·

Weitere Artikel zu Rheinmetall

Alle Artikel anzeigen
Rheinmetall Aktie: Analysten werden vorsichtiger

Rheinmetall Aktie: Analysten werden vorsichtiger

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: 17,54 Prozent in sieben Tagen

Rheinmetall Aktie: 17,54 Prozent in sieben Tagen

IPOs ·
Rheinmetall Aktie: F126 kostet Milliarden-Ziel

Rheinmetall Aktie: F126 kostet Milliarden-Ziel

Industrie ·
Rheinmetall Aktie: Bewährungsprobe am Widerstand

Rheinmetall Aktie: Bewährungsprobe am Widerstand

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: Kabinettsbeschluss vom 1. Juli

Rheinmetall Aktie: Kabinettsbeschluss vom 1. Juli

Industrie ·