Rheinmetall Aktie: 60,5 Millionen Euro für Bundeswehr

Die Bundeswehr ordert 56 Schwerlasttransporter bei Rheinmetall. Der Aktienkurs erholt sich, bleibt aber unter dem Rekordhoch.

Eduard Altmann ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • 56 Elefant-2-Fahrzeuge für die Bundeswehr
  • Auftragsvolumen von rund 60,5 Millionen Euro
  • Aktie legt um 2,38 Prozent zu
  • Analysten sehen Kurspotenzial von 63 Prozent

Die Bundeswehr hat bei Rheinmetall eine weitere Tranche von Schwerlasttransportern georder. Insgesamt 56 Fahrzeuge vom Typ Elefant 2 gehen für rund 60,5 Millionen Euro brutto an die Streitkräfte, die Auslieferung erfolgt 2026 und 2027 durch die Tochtergesellschaft Rheinmetall MAN Military Vehicles. Der Auftrag reiht sich in einen bereits 2018 geschlossenen Rahmenvertrag ein, der ursprünglich bis zu 137 Fahrzeuge und ein Gesamtvolumen von 122 Millionen Euro umfasste. Nach einer ersten Bestellung von 32 Einheiten wird der Vertrag nun wegen gestiegener Nachfrage erweitert.

Der Elefant 2 basiert auf der HX81-Plattform und bringt es auf 680 PS sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 89 Kilometern pro Stunde. Das Zuggesamtgewicht liegt bei 135 Tonnen, eine Doppelwinde mit 20 Tonnen Zugkraft gehört zur Ausstattung. Das Fahrzeug ergänzt den bereits im Bestand befindlichen gepanzerten Mammut und soll nach Angaben aus der Rüstungsbranche die logistische Anbindung im NATO-Verbund stärken.

Kurs erholt sich, bleibt aber weit unter Rekordniveau

Die Aktie reagierte am heutigen Montag positiv auf den Auftrag und notiert zuletzt bei 1.057,20 Euro, ein Plus von 2,38 Prozent im Tagesverlauf. Damit setzt sich eine Erholungsbewegung fort, die das Papier binnen 30 Tagen um 12,22 Prozent nach oben getragen hat. Von den Höchstständen ist Rheinmetall dennoch weit entfernt: Zum 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, erreicht Anfang Oktober vergangenen Jahres, beträgt der Abstand aktuell 47,32 Prozent. Die jüngste Erholung findet zudem in einem insgesamt freundlichen Marktumfeld statt – der DAX kletterte am selben Tag auf den höchsten Stand seit rund drei Wochen, begünstigt durch eine Feuerpause der USA gegenüber Iran und fallende Ölpreise.

Exportkontrollen und Kapazitätsausbau als Gegenpole

Neben dem Bundeswehr-Auftrag beschäftigen zwei weitere Entwicklungen die Anleger. Zum einen hat China Rheinmetall auf eine Exportkontrollliste gesetzt, was potenziell Lieferbeziehungen und Zugang zu bestimmten Vorprodukten erschweren könnte. Zum anderen treibt der Konzern den Ausbau seiner Munitionsproduktion voran: Rheinmetall investiert 500 Millionen Euro in eine neue Pulverfabrik in Bayern und peilt bis 2030 eine Jahreskapazität von 20.000 Tonnen Pulver an – ein Signal für den langfristig geplanten Hochlauf der Munitionsfertigung.

Parallel dazu bewegt sich Rheinmetall im Wettbewerb um einen möglichen Drohnenauftrag der Bundeswehr. Neben Helsing und Airbus, die eigene Konzepte für große Kampfdrohnen entwickeln, bringt sich Rheinmetall gemeinsam mit Boeing Australia in Stellung. Die Streitkräfte suchen nach Fluggeräten für autonome Bodenangriffe, eine Entscheidung steht noch aus.

Am Markt für europäische Rüstungswerte insgesamt zeigte sich zuletzt Zurückhaltung: Die Deutsche Bank stufte am Montag einen französischen Rüstungswert auf Kaufen hoch und verwies dabei auf einen allgemeinen Abwärtstrend europäischer Verteidigungsaktien sowie Zweifel an deren Bewertungsaufschlägen gegenüber US-Konzernen. Eine gesonderte Einschätzung zu Rheinmetall war damit nicht verbunden.

Analystenkonsens bleibt positiv

Für Rheinmetall selbst zeigt der Analystenkonsens laut aktuellen Erhebungen weiterhin in Richtung Kaufen, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 1.697,85 Euro – ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von 63,63 Prozent gegenüber dem zugrunde gelegten Ausgangskurs. Der neue Bundeswehr-Auftrag über die Elefant-2-Transporter dürfte diese Einschätzung stützen, auch wenn er im Gesamtvolumen des Rüstungskonzerns eher eine Randgröße bleibt. Für Anleger zeichnet sich damit ein Bild aus kurzfristiger Kurserholung, strukturellen Wachstumsinvestitionen und anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten ab, die sich in der weiterhin hohen Schwankungsbreite der Aktie niederschlagen.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Rheinmetall Aktie

1.050,60 EUR

+ 13,00 EUR +1,25 %
KGV 45,66
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,13 %
Marktkapitalisierung 48,13 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

Community Forum zu Rheinmetall

Ähnliche Artikel

Micron Aktie: 706 Prozent Jahresanstieg trotz 22-Prozent-Korrektur

Micron Aktie: 706 Prozent Jahresanstieg trotz 22-Prozent-Korrektur

Nasdaq ·
Ocugen Aktie: liMeliGhT-Topline im Q1 2027

Ocugen Aktie: liMeliGhT-Topline im Q1 2027

Pharma & Biotech ·
SoftBank Aktie: 100-Milliarden-Yen-Deal für SP.LINKS

SoftBank Aktie: 100-Milliarden-Yen-Deal für SP.LINKS

Tech & Software ·
Rheinmetall Aktie: 60,5 Millionen Euro für Bundeswehr

Rheinmetall Aktie: 60,5 Millionen Euro für Bundeswehr

Industrie ·
SK Hynix Aktie: 500-Milliarden-Pakt mit Nvidia besiegelt

SK Hynix Aktie: 500-Milliarden-Pakt mit Nvidia besiegelt

KI & Quantencomputing ·

Weitere Artikel zu Rheinmetall

Alle Artikel anzeigen
Rheinmetall Aktie: 56 Elefant-2-Transporter bestellt

Rheinmetall Aktie: 56 Elefant-2-Transporter bestellt

Industrie ·
Rheinmetall Aktie: 6. August mit Gewinnverdopplung erwartet

Rheinmetall Aktie: 6. August mit Gewinnverdopplung erwartet

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: China trifft 14 europäische Firmen

Rheinmetall Aktie: China trifft 14 europäische Firmen

Industrie ·
Warum Sanktionen für Rheinmetall zum Gütesiegel werden

Warum Sanktionen für Rheinmetall zum Gütesiegel werden

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: 500 Millionen für Aschau

Rheinmetall Aktie: 500 Millionen für Aschau

Industrie ·