Rheinmetall Aktie: 73 Milliarden Auftragsbestand trotz 30% Minus

Trotz Rekord-Auftragsbestand und Gewinnwachstum verliert die Rheinmetall-Aktie deutlich. Analysten sehen nach dem Kursrutsch neues Potenzial.

Redaktion Stock-World ·
Rheinmetall Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktie seit Jahresstart 30 Prozent im Minus
  • Rekord-Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro
  • Kooperation mit Telekom für Drohnenabwehr
  • Analysten heben Einstufung auf Kaufen an

Rheinmetall liefert operativ weiter starke Argumente. Die Aktie sendet dagegen ein anderes Signal. Nach Dividendenzahlung, Analysten-Update und neuen Expansionsplänen bleibt der Kernkonflikt klar: Das Geschäft wächst, der Markt preist trotzdem deutlich mehr Skepsis ein.

Am Freitag schloss die Aktie bei 1.120,80 Euro und verlor 2,27 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 30,02 Prozent auf der Kurstafel. Das ist mehr als nur eine normale Verschnaufpause.

Dividende trifft auf Kursdruck

Nach der Hauptversammlung vom 12. Mai wurde am 15. Mai die Dividende von 11,50 Euro je Aktie gutgeschrieben. Der Konzern gibt damit einen Teil des starken Vorjahresgewinns an die Aktionäre weiter.

Der Zahltag kam allerdings in eine schwache Marktphase. Über sieben Tage verlor die Aktie 7,16 Prozent, auf Monatssicht sogar 26,08 Prozent. Der Schlusskurs lag nur knapp über dem jüngsten Tief von 1.118,00 Euro.

Warburg Research setzte in dieser Lage ein Gegensignal. Die Analysten hoben die Einstufung von „Hold“ auf „Buy“ an, senkten aber das Kursziel moderat. Die Botschaft dahinter: Nach dem Kursrutsch sieht das Haus wieder attraktiveres Potenzial, trotz einer vorsichtigeren Zielmarke.

Auftragsbestand bleibt der stärkste Hebel

Operativ bleibt Rheinmetall auf Wachstumskurs. Im ersten Quartal stieg das operative Konzernergebnis um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro. Noch wichtiger ist der Blick in die Auftragsbücher.

Der Backlog erreichte 73 Milliarden Euro und markierte damit einen neuen Höchststand. Erstmals ist darin auch das Segment Naval Systems enthalten, das 5,5 Milliarden Euro beisteuert. Die hohe Nachfrage nach Munition und gepanzerten Fahrzeugen aus NATO-Staaten bleibt der zentrale Treiber.

Für den Markt ist das ein starkes Fundament, aber kein Freifahrtschein. Die Bewertung hatte in der Vergangenheit viel Wachstum vorweggenommen. Wenn ein Titel so weit über längere Durchschnitte hinausgelaufen ist, reichen gute Zahlen allein oft nicht mehr für neue Käufer.

Drohnenabwehr als neues Feld

Neben dem klassischen Rüstungsgeschäft baut Rheinmetall den Bereich Schutz kritischer Infrastruktur aus. Am 11. Mai kündigte der Konzern eine Kooperation mit der Deutschen Telekom an. Entwickelt werden soll ein Multi-Threat-Protection-System.

Das System soll Städte und KRITIS-Standorte gegen hybride Bedrohungen wie Sabotage und Drohnenangriffe schützen. Rheinmetall bringt Sensorik und Effektoren ein, die Telekom ihre sicheren Kommunikationsnetze inklusive 5G-Technologie. Damit zielt die Partnerschaft auf einen Markt, der auch außerhalb militärischer Anwendungen an Bedeutung gewinnt.

Für 2026 peilt Rheinmetall einen Konzernumsatz von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro an. Die operative Marge soll rund 19 Prozent erreichen. Nach dem Kursrutsch zählt nun, ob der Konzern den hohen Auftragsbestand sichtbar in Umsatz, Ergebnis und Cashflow übersetzt.

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Rheinmetall Aktie

1.089,20 EUR

+ 54,80 EUR +5,30 %
KGV 37,94
KUV 3,82
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,17 %
Marktkapitalisierung 50,77 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.580,33 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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