Rheinmetall Aktie: 73-Milliarden-Backlog auf Rekordniveau
Rheinmetall trennt sich von seiner Automotive-Sparte Power Systems und vertieft die Kooperation mit Boeing für reine Verteidigungstechnologie.

Kurz zusammengefasst
- Verkauf von Power Systems an Aequita
- Strategische Partnerschaft mit Boeing
- Rekord-Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 25 Prozent
Rheinmetall hat den Schlussstrich unter seine Autozulieferer-Vergangenheit gezogen. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern verkauft die Sparte Power Systems an den Finanzinvestor Aequita – für vorläufig 350 Millionen Euro. Parallel dazu vertieft Rheinmetall die Zusammenarbeit mit Boeing. Das Ziel: ein reines Verteidigungs- und Technologiehaus zu werden.
Der Verkauf
Power Systems lieferte im Geschäftsjahr 2025 noch rund 2 Milliarden Euro Umsatz. Trotzdem trennt sich Rheinmetall von den 6.250 Mitarbeitern der Sparte. Aequita hat die Übernahme der Belegschaft zugesichert. Für die 3.500 Beschäftigten an deutschen Standorten gibt es einen Überleitungstarifvertrag mit dreijähriger Beschäftigungssicherung. CEO Armin Papperger spricht von einem „firmenhistorisch bedeutenden Schritt“. Der Konzern nimmt dafür zusätzliche Wertberichtigungen von 200 Millionen Euro in Kauf.
Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal 2026 geplant – vorausgesetzt, die Kartellbehörden geben grün.
Partnerschaft mit Boeing
Auf der ILA Berlin gab Rheinmetall eine strategische Partnerschaft mit Boeing bekannt. Der Konzern übernimmt die Systemführung für die deutsche Version der unbemannten Drohne MQ-28 „Ghost Bat“. Gleichzeitig wird das Werk in Neuss künftig Satelliten produzieren. Der Fokus liegt auf margenstarken Bereichen in Land-, Luft- und Raumfahrtverteidigung.
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Das Auftrags-Backlog erreichte im März 2026 ein Rekordniveau von 73 Milliarden Euro. Erst kürzlich platzierte Rheinmetall eine Anleihe über 500 Millionen Euro mit 3,375 Prozent Kupon und Laufzeit bis 2031 – zur Finanzierung der Expansion.
Kurs unter Druck
Die Aktie notierte am Donnerstag bei 1.200 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 25 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro aus September 2025 trennen die Aktie rund 40 Prozent. Das Tief von 1.099,80 Euro liegt nur 9 Prozent entfernt. Der RSI von 40,9 signalisiert leichte Verkaufstendenz.
Rheinmetall entkoppelt sich mit dem Verkauf von der schwankenden Automobilnachfrage. Lediglich drei Standorte wie Neckarsulm verbleiben vorerst im Konzern. Die operative Marge von 11,6 Prozent im ersten Quartal soll durch Großaufträge wie den 5,7-Milliarden-Euro-Deal mit Rumänien weiter gestützt werden. Für Anleger bleibt die Aktie ein volatiles Rüstungspapier mit hohem Auftragsbestand, aber deutlichem Kursrückgang seit dem Rekordhoch.
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