Rheinmetall Aktie: 80 Milliarden Euro Auftragsbestand überschritten

Rheinmetall steigert Umsatz und Auftragsbestand deutlich, doch die Aktie bleibt unter Druck. Anleger warten auf die Zahlen am 5. November.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung einer hochmodernen Industrieanlage bei Dämmerung, die strategisches Wachstum und technologische Stärke symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Bundeswehr ordert Rettungsstationen für über 500 Millionen
  • US-Navy-Auftrag im einstelligen Millionenbereich
  • Quartalsumsatz steigt um 69 Prozent
  • Aktie rund 51 Prozent unter Jahreshoch

Rheinmetall sammelt weiter Aufträge ein – doch der Aktienkurs lässt sich davon derzeit kaum beeindrucken. Am Freitag schloss das Papier bei 993,00 Euro, ein Minus von 2,1 Prozent. Die operative Geschäftsentwicklung und die Kursreaktion laufen damit auseinander.

Bundeswehr und US-Navy bestellen weiter

Anfang des Monats bestellte die Bundeswehr 149 weitere mobile Rettungsstationen. Das Auftragsvolumen dieser Tranche liegt bei über 500 Millionen Euro, das Gesamtprogramm summiert sich damit auf mehr als 600 Millionen Euro. Wenige Tage später meldete die kanadische Tochter einen Auftrag der US-Navy für Ersatzkomponenten mobiler Flugzeugstartgeräte des Typs MSU-200NAV.

Das Volumen bewegt sich im einstelligen Millionen-Euro-Bereich, die Lieferungen sollen von Ende 2026 bis Ende 2028 laufen. Für sich genommen sind beide Aufträge klein gegenüber dem Gesamtgeschäft, sie fügen sich aber in ein Muster: Rheinmetall gewinnt weiterhin regelmäßig neue Rüstungs- und Ersatzteilaufträge im In- und Ausland.

Größere Substanz zeigte zuletzt das Zahlenwerk. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 69 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro, das operative Ergebnis von 562 Millionen Euro lag deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Der Auftragsbestand überschritt inzwischen die Marke von 80 Milliarden Euro. Damit bestätigte sich der Wachstumstrend, der bereits im ersten Quartal sichtbar war, als der Auftragsbestand um 31 Prozent auf 73 Milliarden Euro zulegte.

Warum die Kursreaktion trotzdem verhalten bleibt

Der Rückgang am Freitag lässt sich nicht auf ein einzelnes negatives Ereignis zurückführen. Vielmehr befindet sich die Aktie in einer Konsolidierungsphase, die bereits seit Wochen anhält – seit dem vergangenen Donnerstag, als JPMorgan die Aktie auf eine Negative Catalyst Watch gesetzt hatte, geht es überwiegend abwärts.

Erst am 8. September hatte eine positive Einschätzung von Goldman Sachs kurzzeitig für eine Gegenbewegung gesorgt, nachdem der Kurs zuvor auf ein Tief von 1.016 Euro gefallen war. Analyst Sam Burgess sah damals selbst unter vorsichtigen Annahmen einen fairen Wert von 1.450 Euro. Diese Erholung erwies sich jedoch als kurzlebig.

Mit dem aktuellen Niveau notiert die Aktie rund 51 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das noch Anfang Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde. Der Abstand verdeutlicht, wie stark sich die Bewertung seither korrigiert hat, obwohl das operative Geschäft in derselben Zeit spürbar gewachsen ist.

Belastungsfaktoren bleiben im Blick

Die Schwäche der vergangenen Monate speist sich auch aus älteren Rückschlägen: Anfang Juli hatte Bundesverteidigungsminister Pistorius Pläne bekräftigt, das F126-Fregatten-Programm zu stoppen, bei dem die Rheinmetall-Tochter Naval Vessels Lürssen als Generalunternehmer fungiert.

Als Alternative sind Meko-200-Fregatten von TKMS im Gespräch. JPMorgan-Analyst David Perry bezeichnete dies damals als herben Rückschlag, mit einem geschätzten Auftragswert von rund 12 Milliarden Euro, der Rheinmetall entgehen könnte.

Anleger richten den Blick nun auf die kommenden Quartalszahlen am 5. November. Sie dürften zeigen, ob sich das starke Auftragswachstum in belastbare Margen übersetzen lässt – und ob der Markt seine Skepsis gegenüber der Aktie revidiert.

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Rheinmetall Aktie

1.024,60 EUR

+ 8,20 EUR +0,81 %
KGV 38,90
KUV 4,38
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,14 %
Marktkapitalisierung 47,76 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.669,86 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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