Rheinmetall Aktie: 80,4 Milliarden Auftragsbestand auf Rekordhoch
Rheinmetall überzeugt mit starken Q2-Zahlen und Rekordaufträgen. Die Aktie springt um 3,2 Prozent, trotz gesenkter Jahresprognose nach F126-Aus.
Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt auf 3,29 Mrd. Euro
- Rekordauftragsbestand von 80,4 Mrd. Euro
- Aktie springt um 3,2 Prozent
- Jahresausblick nach F126-Aus gesenkt
Rheinmetall meldete am Mittwoch vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal, die den Konzern deutlich nach vorne bringen. Der Umsatz kletterte auf 3,289 Milliarden Euro, das operative Ergebnis lag bei 562 Millionen Euro. Reuters berichtete zudem, dass der Auftragsbestand auf 80,4 Milliarden Euro gestiegen sei – ein neuer Höchstwert für den Rüstungskonzern.
Die Aktie reagierte mit einem kräftigen Kurssprung. Am Vormittag zog das Papier im XETRA-Handel deutlich an und notiert aktuell bei 1.180,20 Euro, ein Plus von 3,20 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag bei 1.143,60 Euro. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Zuwachs auf gut 20 Prozent, auch wenn die Aktie damit immer noch gut 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro aus dem Oktober notiert.
Robustes Militärgeschäft überstrahlt Belastungen
Reuters berichtete, dass Rheinmetall trotz Belastungen durch den Bestandsaufbau in den USA und einen schwächeren Cashflow eine anhaltend robuste Nachfrage im Militärgeschäft sieht.
Diese Einschätzung fällt in eine Woche, in der der Konzern zugleich mit den Nachwirkungen einer schlechten Nachricht kämpft: Nach dem Aus für das F126-Fregattenprojekt hatte Rheinmetall den Umsatzausblick für das laufende Jahr auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gesenkt, nachdem zuvor ein höherer Ausblick gestanden hatte.
Reuters bestätigte, dass der Ausfall des Projekts den Umsatzpfad belastet, während das Rüstungsgeschäft insgesamt weiter stark von der Nachfrage profitiert.
Auf der operativen Seite blieb Rheinmetall zuletzt weiter auftragsstark. Der Konzern schloss mit der britischen Armee einen Auftrag über Radhaubitzen-Waffensysteme ab. Gemeinsam mit dem Partner KNDS erhielt Rheinmetall zudem von Deutschland und den Niederlanden einen Auftrag über Boxer-Fahrzeuge. Diese Aufträge unterstreichen, wie breit die Nachfrage nach Rheinmetall-Systemen in Europa derzeit gestreut ist – von Landfahrzeugen bis zur Artillerie.
Chinas Exportkontrollliste bislang ohne größere Wirkung
Ende Juli hatte China Rheinmetall gemeinsam mit 13 weiteren europäischen Unternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt. Laut Reuters wurde der Konzern davon nach eigener Einschätzung bislang nur gering beeinträchtigt – ein Umstand, der angesichts der ohnehin auf Europa und die USA fokussierten Auftragslage wenig überraschen dürfte.
Analysten mit gemischten, aber überwiegend positiven Signalen
Die jüngsten Analystenreaktionen fallen überwiegend wohlwollend aus. Warburg Research beließ die Einstufung für Rheinmetall am Montag bei Buy und nannte ein Kursziel von 1.500 Euro. Am Dienstag folgte RBC Capital Markets mit der Aufnahme der Coverage bei Outperform und einem Kursziel von 1.600 Euro – beide Häuser sehen damit weiteres Kurspotenzial über dem aktuellen Niveau.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Das starke Kerngeschäft mit hohem Auftragsbestand trifft auf einen gestutzten Jahresausblick infolge des Fregatten-Ausfalls. Der deutliche Kursanstieg am Mittwoch signalisiert, dass der Markt dem operativen Momentum aktuell mehr Gewicht gibt als den Belastungsfaktoren.
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