Rheinmetall Aktie: 8,2-Milliarden-Deal mit Leonardo für Italien
Rheinmetall präsentiert auf der Rüstungsmesse einen Milliarden-Panzerauftrag und fordert zugleich globale Regeln für KI-Waffen.

Kurz zusammengefasst
- Papperger fordert UN-Ethikrat für KI-Waffen
- 8,2-Milliarden-Deal für neuen Kampfpanzer
- Aktie legt zu, bleibt aber unter Rekordhoch
- Italien-Auftrag stärkt Rheinmetalls Position
Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris hat Rheinmetall gleich auf zwei Ebenen Schlagzeilen gemacht. CEO Armin Papperger forderte globale Regeln für KI-Waffen. Sein Joint Venture mit Leonardo präsentierte einen neuen Kampfpanzer für Italien mit einem Auftragsvolumen von über acht Milliarden Euro.
Papperger will einen UN-Ethikrat für autonome Waffen
Auf der Eurosatory am 19. und 20. Juni verglich Papperger die Dringlichkeit einer KI-Regulierung mit den Atomwaffenverträgen des Völkerrechts. Sein Kernpunkt: Die finale Entscheidung über tödliche Gewalt muss beim Menschen bleiben. Er plädierte für eine UN-Resolution oder einen Ethikrat — das sogenannte „Human-in-the-Loop“-Prinzip.
Pikant dabei: Rheinmetall baut selbst autonome Systeme. Das Unternehmen betont, alle eigenen Entwürfe hielten dieses Prinzip ein. Ob das die internationale Gemeinschaft überzeugt, bleibt offen.
8,2 Milliarden Euro für Italiens neuen Kampfpanzer
Konkreter fiel der operative Auftritt aus. Das Joint Venture LRMV — je zur Hälfte Rheinmetall und Leonardo — stellte den NMBT vor. Der Panzer basiert auf Rheinmetalls KF51 Panther und ist auf die Anforderungen des italienischen Heeres zugeschnitten.
Die Eckpunkte des Programms:
- Stückzahl: rund 132 Kampfpanzer plus Unterstützungsfahrzeuge
- Volumen: circa 8,2 Mrd. Euro bis 2038
- Bewaffnung: 120-mm-Kanone (optional 130 mm), aktives Schutzsystem, integrierter Drohnen-Arbeitsplatz
- Leistung: 70 km/h Höchstgeschwindigkeit, 450 Kilometer Reichweite
Das Projekt gewinnt strategische Bedeutung — auch weil das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS feststeckt. Deutschland setzt auf die 130-mm-Kanone, Frankreich auf ein 140-mm-System. Solange dieser Streit ungelöst bleibt, könnten Länder wie Italien oder Ungarn den KF51 Panther als Alternative wählen. Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Rheinmetall.
Kurs weit unter Allzeithoch
Am Freitag legte die Aktie um 2,16 Prozent auf 1.200,20 Euro zu. Vom Allzeithoch bei 1.995,00 Euro aus dem September 2025 trennt den Kurs jedoch noch ein Abstand von knapp 40 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 25 Prozent — der RSI von 46,8 signalisiert neutral, kein Kaufdruck.
Das 52-Wochen-Tief bei 1.099,80 Euro markiert die nächste relevante Unterstützung. Bis zum Quartalsbericht im Sommer dürften vor allem neue Großaufträge aus dem Ukraine-Geschäft und weitere Details zum Italien-Deal die Kursentwicklung prägen.
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