Rheinmetall Aktie: Abschied vom Zivilen
Rheinmetall veräußert seine zivile Sparte Power Systems an Aequita und wird zum reinen Rüstungskonzern. Der Deal unterstreicht die strategische Neuausrichtung.

Kurz zusammengefasst
- Verkauf der Division Power Systems
- Kaufpreis liegt bei 350 Millionen Euro
- Rheinmetall nun reiner Rüstungskonzern
- Großauftrag aus Rumänien bekannt
Der Rüstungskonzern aus Düsseldorf vollzieht heute seinen letzten großen Schnitt: Mit dem Verkauf der Division Power Systems an die Münchener Industriegruppe Aequita ist Rheinmetall künftig ein reiner Verteidigungskonzern. Der vorläufige Kaufpreis liegt bei 350 Millionen Euro — endgültig ist die Zahl noch nicht, marktübliche Anpassungsmechanismen bis zum Closing bleiben vorbehalten.
Was die Transaktion bedeutet
Die Division Power Systems erzielte 2025 rund 2 Milliarden Euro Umsatz — also ein nennenswerter Brocken, der den Konzern verlässt. Bereits 2025 hatte Rheinmetall den Bereich als „nicht fortgeführte Aktivität“ klassifiziert und eine erste Wertberichtigung von 350 Millionen Euro verbucht. Mit dem jetzt unterzeichneten Kaufvertrag kommt eine weitere nicht zahlungswirksame Wertminderung von rund 200 Millionen Euro hinzu. Das klingt nach einer schmerzhaften Transaktion — tatsächlich ist es für Rheinmetall ein bewusst in Kauf genommener Preis für Klarheit.
Die schwache Lage in der Automobilbranche hat sich auf Verhandlungsverlauf und Kaufpreis ausgewirkt. Ursprünglich war der Abschluss für das erste Quartal 2026 geplant; es dauerte länger als erhofft. Der Vollzug des Deals steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, ein Closing im vierten Quartal 2026 wird angestrebt.
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Vom Autozulieferer zum Systemhaus
Der Rückzug aus dem Zivilen ist keine spontane Entscheidung. Bereits 2023 und 2024 hatte Rheinmetall seine Aktivitäten im Bereich Groß- und Kleinkolben verkauft. Der heutige Schritt ist die logische Fortführung — und der vorerst letzte.
Parallel läuft das Rüstungsgeschäft auf Hochtouren. Erst gestern wurde ein Auftragspaket aus Rumänien bekannt: fast 300 Lynx-Panzer, Flugabwehrsysteme, Munition und Marineschiffe im Gesamtwert von 5,7 Milliarden Euro. Die Verträge sind unterzeichnet, Auslieferungen sollen 2028 beginnen. Damit demonstriert Rheinmetall, wofür der Konzernumbau gedacht war — Kapital und Management-Aufmerksamkeit sollen vollständig in das Verteidigungsgeschäft fließen, das der Konzern strategisch auf die Domänen Land, See, Luft und Weltraum ausweitet.
Der Transformationsprozess ist damit formal abgeschlossen. Was jetzt zählt, ist die Umsetzung: Die Auslieferung des Rumänien-Pakets beginnt 2028 — das wird der erste echte Lackmustest für den neu aufgestellten Konzern.
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