Rheinmetall Aktie: Analysten bleiben positiv

Führende Investmenthäuser senken Kursziele leicht, bekräftigen aber ihre Kaufempfehlungen für den Rüstungskonzern. Neue Aufträge aus der Ukraine und von der Bundeswehr stützen das operative Wachstumsszenario.

Kurz zusammengefasst:
  • Leichte Kurszielkorrekturen durch Berenberg und DZ Bank
  • Neue Panzer- und Simulatoraufträge stärken Umsatzbasis
  • Aktie notiert deutlich über wichtigen Durchschnitten
  • Fokus auf geplante Abspaltung der Automotive-Sparte

Die jüngsten Analystenkommentare bringen leichte Anpassungen nach unten – doch am grundsätzlichen Bild ändert sich wenig: Die Investmenthäuser sehen den Rüstungskonzern weiter auf einem soliden Wachstumspfad. Parallel dazu meldet das Unternehmen neue Aufträge aus der Ukraine und von der Bundeswehr, die den operativen Rückenwind unterstreichen. Wie passt das zusammen mit dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate?

Analysten korrigieren Ziele – Kaufurteil bestätigt

Zum Wochenstart haben mehrere Häuser ihre Modelle überarbeitet. Im Mittelpunkt steht dabei weniger das operative Geschäft als die geplante Abspaltung der zivilen Automotive-Aktivitäten.

Rheinmetall

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Kernpunkte der aktuellen Einschätzungen:

  • Berenberg senkt das Kursziel von 2.340 auf 2.200 Euro, Urteil: „Buy“
  • DZ Bank reduziert den fairen Wert von 2.385 auf 2.290 Euro, ebenfalls mit Kaufempfehlung
  • JP Morgan bestätigt „Overweight“ mit Kursziel 2.250 Euro

Die leichten Zielkorrekturen begründen die Analysten vor allem mit der rechnerischen Berücksichtigung des geplanten Carve-Outs der Auto-Sparte. Das Defensive-Geschäft selbst wird weiterhin als intakt bewertet.

Zugleich verweisen die Häuser auf den anhaltenden „Superzyklus“ in der Rüstungsindustrie. Steigende Verteidigungsbudgets, insbesondere in Europa, stützen die mittelfristigen Wachstumsaussichten. Im Vergleich zu US-Wettbewerbern sehen die Experten den Konzern allerdings nicht als alleinigen Hauptnutznießer der höheren US-Ausgaben, sondern eher als klaren Profiteur der europäischen Nachfrage nach landgestützten Systemen und Munition.

Neue Aufträge stützen operatives Bild

Während die Bewertungsebene justiert wird, liefert das Unternehmen auf der Auftragseite weitere Argumente für das Wachstumsszenario.

Bestätigt wurde ein neuer Vertrag über Schützenpanzer des Typs Lynx KF41 für die Ukraine. Die ersten Fahrzeuge sollen bereits Anfang 2026 ausgeliefert werden. Das Auftragsvolumen liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich und dürfte sich damit bereits im laufenden Geschäftsjahr in den Umsatzzahlen bemerkbar machen.

Zusätzlich hat die Bundeswehr einen größeren Auftrag platziert: Für rund 118,5 Millionen Euro werden neun moderne Gefechtsfahrzeug-Simulatoren geliefert, die der Ausbildung der Truppe dienen. Auch die Übergabe des ersten Skynex-Flugabwehrsystems an Italien unterstützt die positive Wahrnehmung der Produktpalette im Bereich Luftverteidigung.

Diese Mischung aus Panzer-, Munitions- und Systemgeschäft zeigt, dass die Wachstumsstory nicht auf einem Einzelprodukt ruht, sondern auf einem breiten Verteidigungsportfolio.

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Kursniveau und Chartbild

Am heutigen Dienstag notiert die Aktie bei rund 1.889,50 Euro und damit leicht im Plus gegenüber gestern. Damit liegt der Titel deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von etwa 1.615 Euro. Seit Jahresanfang ergibt sich ein Anstieg von knapp 19 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten sogar ein Plus von fast 193 Prozent.

Wesentliche technische Eckpunkte:

  • 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro, Abstand aktuell rund 5 %
  • 52-Wochen-Tief bei 645,20 Euro, Zuwachs seitdem ebenfalls knapp 193 %
  • Deutlicher Aufschlag auf den 200-Tage-Durchschnitt von gut 10 %
  • RSI (14 Tage) bei 83,7 und damit im überkauften Bereich
  • Hohe 30-Tage-Volatilität von über 80 % (annualisiert)

Die jüngste Bewegung über die Marke von 1.900 Euro gilt charttechnisch als Ausbruch nach oben. Ende 2025 hatte die Aktie noch den Bereich um 1.500 Euro getestet. Seither hat sich das Sentiment spürbar aufgehellt – getrieben von der geopolitischen Lage und dem bestätigten NATO-Beschluss, die Verteidigungsausgaben für Kernverteidigung perspektivisch auf bis zu 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben.

Vor diesem Hintergrund rückt nun die runde Marke von 2.000 Euro in den Blick. Aus technischer Sicht fungiert der Bereich um 1.900 Euro als erste relevante Unterstützungszone; kann sich der Kurs darüber behaupten, bleibt der Weg in Richtung des bisherigen Hochs geöffnet.

Branchenumfeld und Strukturwandel

Im internationalen Branchenvergleich präsentiert sich der Konzern stabil. Einige US-Rüstungswerte konsolidieren nach kräftigen Anstiegen, während der Düsseldorfer Anbieter vom spezifischen europäischen Bedarf an bodengebundenen Systemen und Munition profitiert. Marktteilnehmer sprechen in diesem Zusammenhang von „European Champions“, die im Zuge der Aufrüstung in der EU an Bedeutung gewinnen.

Die aktuell angepassten Kursziele spiegeln zudem eine Phase der strukturellen Bereinigung wider. Mit dem geplanten Fokus auf ein „Pure Play“ im Defense-Bereich könnte der Konzern mittelfristig höhere Bewertungsmultiplikatoren erzielen, da das Geschäftsprofil klarer und für Investoren leichter einzuordnen wird.

Konkreter Ausblick

In den kommenden Wochen rücken vor allem zwei Themen in den Vordergrund: Zum einen die konkreten Zeitpläne und Details zum Carve-Out der Automotive-Sparte, zum anderen die Abrufzahlen aus bestehenden Rahmenverträgen, insbesondere für 155mm-Munition. Letztere sind entscheidend, um die Umsatzprognosen für das zweite Halbjahr 2026 zu präzisieren.

Kurzfristig bleibt die charttechnische Marke von 2.000 Euro ein wichtiger Gradmesser. Gelingt eine nachhaltige Etablierung oberhalb von 1.900 Euro und werden zugleich klare Fortschritte beim Automotive-Verkauf sowie bei den Munitionsabrufen kommuniziert, hätte die aktuelle Bewertung eine solide Grundlage für die nächste Etappe des Aufwärtstrends.

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