Rheinmetall Aktie: Arminius-Auftrag 14 Milliarden bis Jahresende
Rheinmetall korrigiert Umsatz- und Auftragserwartungen wegen F126-Aus, verzeichnet aber starkes operatives Wachstum. Boxer-Großauftrag soll Ausgleich schaffen.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzprognose um 300 Millionen gesenkt
- Operatives Geschäft wächst deutlich
- Boxer-Großauftrag für Jahresende angekündigt
- Aktie erholt sich nach anfänglichem Rückgang
Rheinmetall hat seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Grund ist der Stopp des Fregattenprojekts F126, das ursprünglich ein Volumen von rund 15 Milliarden Euro hatte. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern rechnet nun mit 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro Umsatz statt der zuvor in Aussicht gestellten 14 bis 14,5 Milliarden – ein Abschlag von 300 Millionen Euro. Auch beim Auftragsbestand korrigierte das Unternehmen seine Ziele: Statt der zuvor genannten rund 135 Milliarden Euro peilt Rheinmetall nun ein Backlog-Ziel von über 100 Milliarden Euro an, aktuell liegt der Auftragsbestand bei mehr als 80 Milliarden Euro.
Wachstum bleibt trotz Dämpfer intakt
Losgelöst vom F126-Aus zeigte das operative Geschäft im zweiten Quartal deutliches Wachstum. Der Umsatz kletterte um 69 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro, das operative Ergebnis lag bei 562 Millionen Euro, entsprechend einer Marge von 17,1 Prozent. Für das erste Halbjahr insgesamt meldete der Konzern einen Umsatzanstieg von 39 Prozent auf mehr als 5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von 15 Prozent. Die Zahlen belegen, dass der Wegfall des Fregattenauftrags zwar die Jahresprognose belastet, das übrige Geschäft aber ungebremst wächst.
An der Börse hatte die Ankündigung zunächst für Verunsicherung gesorgt, die Aktie gab spürbar nach. Inzwischen hat sich das Bild gedreht: Am heutigen Freitag steigt das Papier um 2,75 Prozent auf 1.181,60 Euro. Über die vergangenen 30 Handelstage summiert sich der Kursgewinn sogar auf 11,12 Prozent – ein Zeichen dafür, dass Anleger die Wachstumsstory trotz der gesenkten Prognose weiterhin als intakt bewerten.
Papperger setzt auf ATACMS und Boxer-Großauftrag
Vorstandschef Armin Papperger blickt nach eigenen Angaben optimistisch nach vorn. Laut Reuters erwartet er erste Umsätze aus der ATACMS-Fertigung mit Lockheed Martin ab 2028, produziert werden soll am Standort Unterlüß. Die Nachfrage nach dem Lenkflugkörper sieht Papperger für mindestens 15 Jahre gesichert. Für den Boxer-Radpanzer kündigte er zudem einen Großauftrag mit dem Projektnamen „Arminius“ an, der bis Jahresende unterzeichnet werden und ein Volumen von mindestens 14 Milliarden Euro haben soll. Diese Aussicht dürfte den durch das F126-Aus entstandenen Dämpfer im Auftragsbuch mittelfristig ausgleichen.
Der Bundestag lieferte am Freitag zudem neuen Beschaffungsstoff: Der Haushaltsausschuss bewilligte vier Fregatten vom Typ MEKO A-200 DEU zur U-Boot-Jagd, mit einer Option auf vier weitere Einheiten, die eine separate 25-Millionen-Euro-Vorlage erfordert. Ergänzend genehmigten die Abgeordneten unter anderem ein Hochenergie-Laserwaffensystem sowie Mittel für Munition und militärische Fahrzeuge – Beschaffungsvorhaben, von denen Rheinmetall als Anbieter profitieren kann.
Drohnenabwehr rückt in den Fokus
Nach dem Fund einer sprengstoffbeladenen Drohne am Flughafen Leipzig-Halle forderte Papperger, wie die ZEIT berichtete, deutlich mehr Schutz vor Drohnenangriffen. Deutschland sei derzeit nicht ausreichend gesichert. Rheinmetall arbeitet dem Bericht zufolge mit der Deutschen Telekom an einer Früherkennung von Drohnen über bestehende Funkmasten und hat bereits ein eigenes Warnsystem entwickelt. Sollte sich daraus ein neues Geschäftsfeld entwickeln, wäre das ein weiterer Wachstumstreiber neben Landsystemen und Munition.
Am Kapitalmarkt gehen die Einschätzungen zur gesenkten Prognose auseinander. Die Analysten von UBS werten die Jahresplanung als konservativ angesetzt, während andere Marktbeobachter noch Klärungsbedarf zu den genauen Auswirkungen des F126-Stopps sehen. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob der angekündigte Boxer-Großauftrag tatsächlich wie von Papperger skizziert bis Jahresende zustande kommt.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...