Rheinmetall Aktie: Arminius entscheidet den Herbst
Ein US-Auftrag über 20,7 Millionen Dollar ergänzt das operative Geschäft; die Bundestagsentscheidung zu Arminius steht Anfang Dezember an.

Kurz zusammengefasst
- Arminius-Entscheidung im Bundestag im Dezember
- Rheinmetall-Aktie notiert bei 967,70 Euro
- US-Armee vergibt Auftrag über 20,7 Millionen Dollar
- Renk fällt, Hensoldt hält sich vergleichsweise gut
Die Marke von 1.000 Euro bleibt für Rheinmetall vorerst außer Reichweite. Am Mittwochvormittag notierte die Aktie bei 967,70 Euro, rund 0,6 Prozent fester. Der Kurs hängt nun an einem Großprojekt, über das im Dezember entschieden wird.
Arminius als Kurstreiber
Bis zur Weichenstellung im Bundestag Anfang Dezember dürfte das Beschaffungsprojekt Arminius die Richtung vorgeben. Es geht um einen Milliardenauftrag, auf den der Düsseldorfer Konzern wartet. Bis dahin fehlt dem Papier ein klarer Impuls von dieser Seite.
Vorstandschef Armin Papperger hat zuletzt privat Aktien nachgekauft. Viele Anleger lesen das als Bekenntnis zum Unternehmen. Ob das ausreicht, um den Kurs über die runde Marke zu tragen, ist offen.
Sektor unter Druck
Die Stimmung gegenüber deutschen Rüstungswerten ist angeschlagen. Investoren spielen das Szenario durch, dass konventionelle, landgestützte Kampfsysteme angesichts der Drohnenkriegsführung an Bedeutung verlieren könnten. Sie bewerten die Wachstumsaussichten entsprechend neu.
Besonders sichtbar wird das bei Renk. Der Panzergetriebehersteller notiert auf dem tiefsten Stand seit etwa anderthalb Jahren. Hensoldt, Spezialist für elektronische Kampfführung und Luftverteidigung, hält sich dagegen vergleichsweise gut. Der Markt unterscheidet also zwischen klassischem Gerät und Drohnen- sowie Sensortechnik.
Hinzu kommt das Umfeld: Der Ölpreis pendelt um die Marke von 100 US-Dollar, und an den Auslösern der aktuellen Marktschwäche hat sich faktisch nichts geändert. Eine Erholungsrallye blieb aus.
Kleiner Auftrag aus den USA
Operativ liefert Rheinmetall derweil weiter. American Rheinmetall erhielt von der US-Armee einen Auftrag über 20,7 Millionen Dollar. Er umfasst 3.104 neue MK93 Enhanced Softmounts, also Lafetten für von der Besatzung bediente Waffensysteme. Außerdem werden 245 bereits ausgelieferte Systeme modernisiert, damit die Armee eine einheitliche Konfiguration erhält.
Die Auslieferungen beginnen noch 2026 und laufen bis Oktober 2027. Gefertigt wird in Biddeford im US-Bundesstaat Maine. Für den Konzern fällt das Volumen kaum ins Gewicht: Umgerechnet sind es rund 18 Millionen Euro, bei einem Auftragsbuch von über 80 Milliarden Euro. Der Auftrag stärkt aber die Rolle als lokaler Zulieferer im US-Markt.
Entscheidend bleibt der Dezember. Fällt im Bundestag Anfang des Monats die Entscheidung zu Arminius, dürfte sich zeigen, ob Rheinmetall die 1.000-Euro-Marke zurückerobert.
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