Rheinmetall liefert diese Woche gleich mehrere neue Systeme auf einer der wichtigsten Sicherheitsmessen in Deutschland ab – und parallel wächst das Auftragsbuch weiter. Das Bild ist klar: Produktneuheiten, neue Produktionskapazitäten und frische Bestellungen greifen ineinander. Doch wie viel Substanz steckt hinter dem Messe-Glanz?
Enforce Tac: Neue Systeme, konkreter Einsatz
Auf der Enforce Tac 2026 in Nürnberg (23.–25. Februar) zeigt Rheinmetall drei Premieren in kurzer Folge. Im Mittelpunkt steht die ferngesteuerte Waffenstation RCWS320C-UAS, die auf Drohnen und schnell bewegliche Ziele ausgelegt ist. Das System kombiniert laut Unternehmensangaben Sensorfusion und automatisierte Zielerfassung sowie Hard-Kill- und Soft-Kill-Effektoren. Als Bewaffnung nennt Rheinmetall eine Dillon Aero M134D Minigun mit bis zu 3.000 Schuss pro Minute.
Bemerkenswert: Laut EDR Magazine steht das System bereits unter Vertrag und soll als Effektor für den Boxer NNbs dienen – also für das Nah- und Nächstbereichsschutzsystem der Bundeswehr. Damit bleibt es nicht bei einer reinen Konzept-Show, sondern die Entwicklung ist bereits an ein konkretes Programm gekoppelt.
Ebenfalls am 23. Februar präsentierte Rheinmetall gemeinsam mit Lockheed Martin den Fuchs JAGM. Das Fahrzeug soll laut Unternehmensangaben weltweit das erste sein, das mit 24 vertikal gestarteten AGM-179 JAGM oder AGM-114L Hellfire Longbow ausgerüstet ist. Die Reichweite wird mit bis zu 16 Kilometern angegeben. Der Fokus liegt auf schneller Zielbekämpfung gegen Boden- und Luftziele „in schneller Folge“ – ohne Nachladen.
Luchs-2-Großauftrag und weitere Februar-Bestellungen
Abseits der Messe kam kurz zuvor ein weiteres wichtiges Paket: Für das Aufklärungsfahrzeug Luchs 2 der Bundeswehr wurde Rheinmetall durch GDELS als Hauptauftragnehmer mit Lieferungen beauftragt. Das Volumen liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Geliefert werden sollen unter anderem 274 CT-025-Türme bis 2031 – laut Rheinmetall der erste Großauftrag für das neu entwickelte modulare, unbemannte Turmsystem. Als Hauptwaffe ist die Oerlikon KBA 25-mm-Maschinenkanone vorgesehen. Zudem umfasst der Vertrag Simulatoren (u.a. sechs AGFS-Gefechtssimulatoren) und AGDUS-Lasersimulationssysteme.
Der Luchs-2-Auftrag reiht sich in eine Serie weiterer Meldungen aus dem Februar ein: erste Abrufe von rund 200 Millionen Euro für 120-mm-Panzerammunition über die NATO-Beschaffungsagentur NSPA, ein Erstauftrag über 63 Millionen Euro für das Marinewaffensystem Seasnake 30 (Schweden als erster NATO-Kunde laut Rheinmetall) sowie ein Dänemark-Rahmenvertrag mit ersten Abrufen im dreistelligen Millionenbereich.
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Kapazitäten, Tests und der Blick auf 2026
Zusätzlichen Rückenwind für die industrielle Seite brachte eine Reuters-Meldung: Die italienische Regierung erteilte dem Rheinmetall-Werk in Domusnovas (Sardinien) die Produktionsfreigabe. Genannt werden Investitionen von rund 50 Millionen Euro; gefertigt werden sollen dort Sprengstoff und Lenkflugkörper für NATO-Länder.
Parallel demonstrierte Rheinmetall am 18. Februar das Loitering-Munition-System FV-014 einem potenziellen NATO-Kunden. Die Angaben: bis zu 100 Kilometer Reichweite, 70 Minuten Flugdauer, ein rund 5 kg schwerer HEDP-Gefechtskopf und Einsatzfähigkeit auch bei GPS-Störungen.
Finanziell hatte Rheinmetall Anfang Februar in einem Investoren-Call Eckdaten für 2026 genannt: erwartete Konzernerlöse von 13,2 bis 14,1 Milliarden Euro, eine operative Marge von 18 bis 20 Prozent sowie einen möglichen Auftragseingang von bis zu 80 Milliarden Euro – davon 67 Milliarden Euro aus deutschen Rüstungsaufträgen.
An der Börse zeigt sich trotzdem kurzfristig Gegenwind: Heute notiert die Aktie bei 1.680,50 Euro und damit 2,69% tiefer als gestern. Auf 30 Tage liegt das Papier 6,72% im Minus, während der 12-Monats-Vergleich mit +74,69% die starke Grundtendenz der letzten Zeit unterstreicht.
Zum nächsten Gradmesser wird, ob Rheinmetall die hohe Taktzahl aus Neuaufträgen, Industrialisierung (Sardinien) und neuen Systemen in den kommenden Monaten weiter in konkrete Auslieferungen und planbare Margen überführen kann – genau darauf zielen die für 2026 skizzierten Umsatz- und Margenbandbreiten ab.
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