Rheinmetall Aktie: Bernstein hebt Kursziel auf 1.900 Euro
Ein US-Auftrag, ein neuer Standort in Norwegen und ein Satellitenstart erweitern Rheinmetalls Aktivitäten; der Vorstandschef kaufte Aktien.
Kurz zusammengefasst
- US-Auftrag über 20,7 Millionen Dollar
- Norwegischer Standort bündelt mehrere Unternehmensbereiche
- Militärsatellit mit Argotec ins All gebracht
- Papperger kaufte 525 Rheinmetall-Aktien
Während die Rüstungsbranche an den Börsen eine spürbare Konsolidierung durchläuft, forciert Rheinmetall den Ausbau seiner internationalen Kapazitäten. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 38 Prozent, wobei die Notierung im vorbörslichen Handel heute bei 963,90 Euro steht. Demgegenüber stehen konkrete Auftragserfolge und Zukäufe aus den eigenen Reihen, die das Vertrauen in die strategische Ausrichtung unterstreichen.
Neue Aufträge und internationale Präsenz
Die US-Tochter American Rheinmetall sicherte sich einen Rüstungsauftrag über 20,7 Millionen US-Dollar, was 18,05 Millionen Euro entspricht. Die Auslieferungen der militärischen Systeme sollen im laufenden Jahr anlaufen und bis Oktober 2027 abgeschlossen sein.
Die Vereinbarung umfasst die Fertigung neuer MK93-Softmount-Lafetten sowie die Modernisierung bestehender Einheiten. Das Abkommen stärkt die Bindung an den US-Verteidigungssektor und sichert der nordamerikanischen Sparte eine mehrjährige Beschäftigungsgrundlage.
Flankiert wird dieser Auftrag durch weitere strategische Schritte in Europa und Übersee. Die Tochtergesellschaft Rheinmetall Nordic AS eröffnete einen Standort im norwegischen Skoppum, der die Bereiche Entwicklung, Fertigung, Systemintegration, Logistik und Kundenbetreuung bündelt.
Gleichzeitig erschließt der Konzern neue Technologiefelder: Gemeinsam mit dem Partner Argotec wurde ein Satellit zur militärischen Luftverteidigungsüberwachung mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX im All platziert. Eine Folgemission ist für 2028 geplant.
Mit diesen Schritten verbreitert der Konzern sein technologisches Spektrum über das klassische Heeresgeschäft hinaus. Dass die Expansion von der Unternehmensspitze gestützt wird, belegen die jüngsten Zukäufe des Managements.
Vorstandskäufe und klare Analystenvoten
Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger erwarb am 29. September über das elektronische Handelssystem Xetra 525 Aktien. Für das Paket wendete er insgesamt 498.947,80 Euro auf.
Ein solcher Zukauf durch den Konzernlenker gilt am Markt als Signal des Vertrauens in die fundamentale Substanz. Diese Sichtweise deckt sich mit den jüngsten Einstufungen großer Analysehäuser, die der Aktie deutlichen Spielraum nach oben einräumen.
Berenberg bestätigte am 25. September die Einstufung „Buy“. Das Analysehaus bezifferte das Kursziel dabei auf 1.600 Euro.
Bereits am 21. September hatte Bernstein Research die Papiere mit „Outperform“ eingestuft. Die Experten sehen das Kursziel bei 1.900 Euro. Beide Häuser trauen dem Wertpapier eine spürbare Erholung zu, getragen von der anhaltenden Nachfrage und dem weltweiten Kapazitätsaufbau.
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