Rheinmetall Aktie: Boxer-Verschiebung?
OCCAR bestellte 69 Schakal-Fahrzeuge; Verzögerungen bei Projekten veranlassten Rheinmetall zu einer niedrigeren Umsatz- und Margenerwartung.

Kurz zusammengefasst
- 35 Schakal für die Bundeswehr bestellt
- 34 Fahrzeuge für die Niederlande vorgesehen
- Caracal-Serienübergaben haben begonnen
- Arminius-Beauftragung wohl erst 2027
Die Beschaffungsorganisation OCCAR hat am 29. Oktober weitere Schakal-Radschützenpanzer bei ARTEC bestellt, dem Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland. Nach Angaben von Rheinmetall sind 35 Fahrzeuge für die Bundeswehr vorgesehen, weitere 34 für die Königlich Niederländische Landmacht. Rheinmetalls Auftragswert liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Fahrzeuge für Deutschland und die Niederlande
Beim Caracal meldete Rheinmetall am 29. Oktober den Beginn der Serienübergaben. Am Produktionsstandort Ede übergab das Unternehmen die ersten Serienfahrzeuge an die deutschen und niederländischen Streitkräfte. Insgesamt sollen bis 2030 mehr als 1.500 Fahrzeuge geliefert werden.
Auch bei der Luftverteidigung vereinbarte Rheinmetall eine Zusammenarbeit: Am 30. Oktober verständigte sich das Unternehmen mit Silvus Technologies darauf, dessen passive RFeye-Hochfrequenzsensoren in das Skynex-Luftverteidigungssystem zu integrieren.
Verzögerungen bei anderen Projekten
Beim Arminius-Boxer-Projekt rechnet Rheinmetall dagegen mit einer wahrscheinlichen Verschiebung der Beauftragung ins Jahr 2027. Davon betroffen sind nach Unternehmensangaben auch Anzahlungen und Umsatzbeiträge. Hinzu kommen verzögerte Losabnahmen bei Artilleriemunition.
Außerdem dürften laut Rheinmetall nicht alle erwarteten Umsätze aus neuen Aktivitäten im laufenden Jahr anfallen. Das Unternehmen nannte dabei insbesondere die Zusammenarbeit mit Destinus. Diese Verzögerungen führte Rheinmetall als Gründe für die am Mittwoch gesenkte Jahresprognose an.
Die Umsatzprognose für 2026 beträgt rund 13,2 Milliarden Euro. Für die operative Marge erwartet Rheinmetall rund 18,5 Prozent.
Für das Arminius-Vorhaben berichtete das Branchenmedium Hartpunkt am Montag, die geplante Festbestellung von Boxer-Radfahrzeugen könnte erst im Februar 2027 erfolgen. Das Verteidigungsministerium äußerte sich gegenüber Hartpunkt nicht dazu.
Rheinmetall erwartet nach einem Bericht von Defence Industry Europe eine parlamentarische Genehmigung im ersten Quartal 2027; eine detaillierte Preisprüfung könne die Entscheidung über den Jahreswechsel hinaus verzögern.
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