Rheinmetall Aktie: Capital Fund Management erhöht Short-Position
Hedgefonds wie Capital Fund Management bauen ihre Short-Positionen bei Rheinmetall wieder aus, während der Aktienkurs weiter nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- Short-Seller erhöhen Wetten gegen Rheinmetall
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 38 Prozent
- Analysten uneins über Kursentwicklung
- Fregatten-Aus belastet Rüstungskonzern
Rheinmetall verliert weiter an Boden. Der Kurs schloss am Freitag bei 993,00 Euro, ein Minus von 1,90 Prozent an einem einzigen Tag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 9,48 Prozent zu Buche. Binnen 30 Tagen summiert sich der Verlust auf fast 17 Prozent.
Während der Kurs fällt, bauen Hedgefonds ihre Wetten auf weiter sinkende Notierungen wieder aus. Der Fonds Capital Fund Management SA hat seine Netto-Leerverkaufsposition zuletzt erneut erhöht. Das zeigt eine Kehrtwende, die viel über die Nervosität am Markt verrät.
Eine Position, zwei Richtungen
Die Bewegung bei Capital Fund Management wirkt wie ein Zickzack. Am 3. Juli senkte der Fonds seine Position noch von 0,65 auf 0,59 Prozent. Das galt als leicht positives Signal, die Skepsis schien zu bröckeln.
Nur sechs Tage später drehte der Trend. Am 9. Juli erhöhte Capital Fund Management die Position wieder, von 0,59 auf 0,60 Prozent. Damit meldete der Fonds erneut das Überschreiten der Schwelle bei Rheinmetall. Die Position liegt zwar noch unter dem Stand von Ende Juni, aber die kurzfristige Richtung zeigt wieder nach oben.
Capital Fund Management ist dabei nicht allein. Auch Marshall Wace, Qube Research & Technologies und Millennium International Management halten meldepflichtige Short-Positionen gegen die Aktie. Der Rüstungskonzern steht damit im Visier gleich mehrerer internationaler Investmenthäuser.
Charttechnik zeigt tiefe Wunden
Der langfristige Vergleich macht das Ausmaß deutlich. Seit Jahresbeginn hat die Aktie 38 Prozent verloren, gegenüber dem Vorjahresschlusskurs sogar 46,25 Prozent. Vom Rekordhoch bei 1.995,00 Euro aus dem September 2025 trennen das Papier mittlerweile über 50 Prozent.
Zum 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro von Ende Juni ist es dagegen nur noch ein kurzer Weg. Aktuell notiert die Aktie gerade einmal gut 10 Prozent darüber. Der RSI(14) liegt bei 37,2 Punkten und signalisiert eine angespannte, aber noch nicht extrem überverkaufte Lage.
Die gleitenden Durchschnitte unterstreichen den Abwärtstrend. Der Kurs liegt 15 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und sogar 34,59 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 68,77 Prozent zeigt: Hier schwankt es heftig.
Analysten uneins wie selten
Die Bewertungen der Banken zeichnen ein zerrissenes Bild. JPMorgan senkte das Kursziel von 1.500 auf 1.350 Euro und beließ die Einstufung bei „Neutral“. Grund: Der zuständige Analyst kürzte seine Gewinnschätzungen bis 2030, weil sich Verteidigungstechnologie schneller wandelt als erwartet und Deutschland Aufträge langsamer vergibt.
Berenberg senkte sein Kursziel ebenfalls, von 1.750 auf 1.600 Euro, hält aber an „Buy“ fest. Bernstein bestätigte sogar Outperform mit einem Kursziel von 1.900 Euro. Bei Jefferies bleibt die Kaufempfehlung für Rheinmetall, RENK und Hensoldt bestehen, wenn auch mit einem vorsichtigeren Kursziel von 1.300 Euro.
Zwischen dem skeptischsten und dem optimistischsten Kursziel liegen damit 550 Euro. Das ist mehr als die Hälfte des aktuellen Aktienkurses.
Woher der Druck kommt
Der Auslöser des Kursverfalls liegt schon einige Wochen zurück. Ende Juni stornierte die Bundesregierung überraschend das milliardenschwere Fregatten-Programm F126. Den Auftrag vergab sie stattdessen an TKMS.
Der Schock sitzt bis heute tief. Rheinmetall hatte zudem bereits im ersten Quartal die Erwartungen verfehlt, was die Skepsis am Markt zusätzlich nährt.
Der nächste wichtige Termin ist der Halbjahresbericht im August. Bis dahin dürfte der Wechsel zwischen optimistischen Analystenstimmen und wachsenden Short-Positionen das Bild bei Rheinmetall bestimmen. Die jüngste Kehrtwende von Capital Fund Management zeigt: Selbst professionelle Investoren sind sich über die kurzfristige Richtung der Aktie derzeit uneinig.
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