Rheinmetall Aktie: Die Zoll-Schiffe kommen!
Ein Zollauftrag ergänzt Rheinmetalls Geschäftsfelder; zugleich bereitet der Konzern die Marschflugkörperproduktion vor und meldet Munitionsaufträge.
Kurz zusammengefasst
- Wartungsauftrag für vier Zollschiffe gesichert
- Marschflugkörperfertigung wird vorbereitet
- Zwei Gemeinschaftsunternehmen vor Unterzeichnung
- MWB Research hebt auf Hold an
Der Rüstungskonzern Rheinmetall erweitert seine Aktivitäten über das klassische Heeresgeschäft hinaus. Am Mittwoch sicherte sich das Unternehmen einen mehrjährigen Wartungs- und Reparaturauftrag der deutschen Zollverwaltung für vier neue LNG-betriebene Zollschiffe. An den Finanzmärkten ging das Papier am Freitag mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 986,60 Euro aus dem Handel.
Die Betreuung der behördlichen Spezialschiffe unterstreicht das Bestreben, zusätzliche Dienstleistungen außerhalb der reinen Waffenproduktion zu etablieren. Im maritimen Sicherheitsbereich testete der Konzern zudem im Rahmen einer NATO-Übung in Portugal vernetzte unbemannte Systeme. Damit reagiert das Management auf den steigenden Bedarf westlicher Staaten an technischen Lösungen zur Überwachung kritischer Infrastruktur auf See.
Expansion bei Marschflugkörpern und Zukunftstechnologien
Deutlich offensiver fällt der Vorstoß bei weitreichenden Flugkörpern aus. In einem Gespräch mit dem Sender Euronews am 17. September bezeichnete Vorstandschef Armin Papperger die Raketenbestände in Deutschland als besorgniserregend niedrig.
Rheinmetall bereitet deshalb den Einstieg in die Fertigung von Marschflugkörpern vor. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden befinden sich zudem zwei strategische Gemeinschaftsunternehmen in der unmittelbar finalen Phase vor der Unterzeichnung.
Mit diesem Schritt zielt das Düsseldorfer Unternehmen auf die Schließung strategischer Lücken in der europäischen Verteidigungsarchitektur. Neben Flugkörpern forscht Rheinmetall auch an unkonventionellen Feldern wie humanoiden Robotern und Technologien für die Raumfahrt.
Im Bereich taktischer Radfahrzeuge setzt das Unternehmen unterdessen auf die Kooperation mit Mercedes-Benz UK, um neue Mobilitätsplattformen für die britischen Streitkräfte bereitzustellen.
Solide Munitionsnachfrage und geteilte Analystenstimmen
Das Fundament des Tagesgeschäfts bildet unterdessen weiterhin die Fertigung konventioneller Geschosse. Am 14. September meldete der Konzern einen Auftrag über eine fünfstellige Stückzahl von 155-mm-Geschossen für einen internationalen Kunden, dessen Wert im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegt. Medienberichten zufolge soll eine weitere Munitionslieferung bis zum Jahr 2027 vollständig abgeschlossen werden.
Die anhaltend hohe Auslastung in der Munitionsherstellung verschafft dem Konzern operative Planungssicherheit, während neue Waffengattungen aufgebaut werden. Für Investoren bleibt entscheidend, wie zügig die angekündigten Partnerschaften in verbindliche Verträge übergehen und ob neue Geschäftsfelder mittelfristig zur Profitabilität beitragen.
Am Kapitalmarkt schlägt sich die jüngste Unternehmensentwicklung in Neubewertungen nieder. MWB Research stufte die Aktie am 21. September von „Sell“ auf „Hold“ herauf. Das Analysehaus Berenberg beließ seine Einschätzung am Freitag unverändert auf „Buy“ mit einem Kursziel von 1.600 Euro.
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