Rheinmetall Aktie: Drohnen-Kürzung trifft Marinedeal

Der Bundestag halbiert das Budget für ein Drohnenprogramm und gefährdet einen geplanten Rheinmetall-Auftrag. Die Aktie verliert trotz erfolgreichem Abschluss der NVL-Übernahme an Wert.

Redaktion Stock-World ·
Rheinmetall Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Bundestag kürzt Drohnenbudget um mehr als die Hälfte
  • Übernahme von Naval Vessels Lürssen abgeschlossen
  • Aktienkurs fällt nach Deal-Abschluss deutlich
  • Umsatzprognose für 2026 enttäuscht Erwartungen

Rheinmetall vollzieht den Sprung zur Marine – ausgerechnet jetzt kürzt der Bundestag ein wichtiges Drohnenprogramm um mehr als die Hälfte. Während die NVL-Übernahme strategisch überzeugt, belastet die Haushaltsentscheidung die Auftragsperspektive. Die Aktie verlor deutlich an Boden.

Bundestag halbiert Drohnenbudget

Der Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte für ein geplantes Kamikaze-Drohnen-Projekt lediglich 2 Milliarden Euro – weniger als die Hälfte der ursprünglich vom Verteidigungsministerium beantragten 4,4 Milliarden Euro. Rheinmetall sollte im April als dritter Lieferant einsteigen, mit einem erwarteten Auftragsvolumen von rund 269 Millionen Euro.

Die massive Kürzung reduziert nicht nur den finanziellen Rahmen, sondern unterwirft das verbleibende Budget strengen parlamentarischen Auflagen. Für die Auftragspipeline bedeutet dies erheblich weniger Planungssicherheit.

Gleichzeitig zeigt das Exportgeschäft Stärke: Die Tochtergesellschaft Rheinmetall Mobile Systeme sicherte sich einen Auftrag aus Dänemark über fünf mobile Feldlazarette im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Das Abkommen unterstreicht die Diversifizierung über klassische Waffensysteme hinaus.

Marinedeal abgeschlossen – Kurs unter Druck

Zum 1. März schloss Rheinmetall die Übernahme von Naval Vessels Lürssen ab. Mit vier norddeutschen Werften, darunter das traditionsreiche Blohm+Voss, und rund 2.100 neuen Mitarbeitern positioniert sich der Konzern erstmals als Hauptauftragnehmer für komplette Kriegsschiffe. Die neue Division „Naval Systems“ unter Leitung von Tim Wagner soll 2026 zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro zum Umsatz beisteuern.

Der Aktienkurs reagierte mit einem Minus von 3,5 Prozent auf 1.587,50 Euro. Marktbeobachter werten dies als klassisches „Sell the News“-Ereignis, da die Übernahmepläne seit September 2025 bekannt waren. Aktuell notiert der Titel rund 19 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.995 Euro.

Prognose enttäuscht Erwartungen

Das Management strebt für 2026 einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden Euro bei einer operativen Marge zwischen 18 und 20 Prozent an. Diese Vorgaben blieben hinter den Markterwartungen zurück.

In Aussicht gestellt wurden deutsche Auftragseingänge von rund 67 Milliarden Euro über die nächsten vier Quartale. Zusammen mit den erwarteten 12 bis 13 Milliarden Euro aus der Marinesparte könnte der Auftragsbestand bis Jahresende auf etwa 135 Milliarden Euro steigen.

Am 11. März folgen die Jahresergebnisse mit begleitender Analystenkonferenz. Investoren erwarten vor allem Klarheit darüber, wie die angekündigten Großaufträge in profitables Wachstum übersetzt werden – und wie der Konzern mit den Budget-Kürzungen umgeht.

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Rheinmetall Aktie

957,30 EUR

– 5,00 EUR -0,52 %
KGV 36,89
KUV 4,05
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,19 %
Marktkapitalisierung 44,63 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.641,29 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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