Rheinmetall Aktie: Entscheidung in Ankara!

Rheinmetall-Aktie erholt sich deutlich, steht aber vor einem entscheidenden Widerstand. Analysten bewerten bullische und bärische Szenarien.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie erholt sich um über 15 Prozent
  • Widerstand bei 50-Tage-Durchschnitt
  • Insiderkauf durch Vorstandschef
  • Nato-Gipfel als nächster Katalysator

Starke Kursverluste, rasante Erholung. Bei Rheinmetall liegen Schock und Hoffnung derzeit eng beisammen. Die Aktie notiert aktuell bei 1.121,80 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von gut zwei Prozent.

Binnen einer Woche schoss der Kurs um über 15 Prozent nach oben. Zuvor war das Papier Ende Juni auf ein neues 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro abgestürzt. Das Minus seit Jahresbeginn liegt dennoch weiterhin bei knapp 30 Prozent.

Die technische Hürde

Jetzt steht die Aktie vor einem wegweisenden Widerstand. Der Kurs liegt rund sechs Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Diese Linie verläuft exakt bei 1.192,70 Euro. Erobert Rheinmetall diese Marke zurück, bestätigt das die jüngste Aufwärtsbewegung.

Scheitert der Ausbruch, droht ein erneuter Test des letzten Tiefs. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 49,5 derzeit eine völlig neutrale Lage. Die Volatilität bleibt indes extrem hoch. Einzelne Schlagzeilen können den Kurs schnell um mehrere Prozentpunkte in beide Richtungen treiben.

Das bullische Szenario

Einige Faktoren sprechen für eine Fortsetzung der Erholung. Ein Teil des Marktes blendet den jüngsten Auftragsverlust offenbar aus. Dazu passt ein frischer Deal. Rheinmetall liefert weitere Artilleriegeschosse an die Ukraine. Der Auftragswert liegt im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Die spanische Tochter Expal Munitions produziert die Munition. Bis zum ersten Quartal 2027 liefert der Konzern alles aus. Das unterstreicht die Verlässlichkeit der Ukraine als Abnehmer.

Ein weiteres Signal kommt direkt aus der Chefetage. Vorstandschef Armin Papperger kaufte Ende Juni privat Aktien zu Tiefstpreisen. Marktbeobachter werten solche seltenen Insiderkäufe als klares Vertrauenssignal. Strukturell stützt zudem der gewaltige Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro.

Das bärische Szenario

Ein gewichtiges Gegenargument bleibt der massive Kursverlust auf Jahressicht. Vom Rekordhoch bei 1.995 Euro ist die Aktie weit entfernt. Der Abstand beträgt fast 44 Prozent. Viele Investoren zweifeln an der operativen Umsetzung. Sie hinterfragen kritisch, ob der Konzern die Rekordaufträge zügig in Umsatz verwandeln kann.

Bereits im ersten Quartal enttäuschte das Umsatzwachstum. Zudem schmerzt der Ausfall des F126-Fregattenprogramms nachhaltig. Die Bundeswehr entschied sich für Schiffe des Wettbewerbers TKMS. Rheinmetall rechnet dadurch in diesem Jahr mit bis zu 300 Millionen Euro Umsatzeinbuße.

Eine branchenweite Skepsis verstärkt den Druck. Der Konkurrent KNDS legte seinen geplanten Börsengang kürzlich auf Eis. Anleger prüfen den Rüstungssektor nun deutlich kritischer auf tatsächliche Substanz statt reiner Wachstumsfantasie.

Ausblick und nächster Katalysator

Der morgige Dienstag liefert den nächsten unmittelbaren Prüfstein. In Ankara beginnt der NATO-Gipfel. Positive Signale der Bündnispartner zu künftigen Verteidigungsausgaben könnten der Aktie neuen Schub verleihen. Enttäuschende Botschaften bergen hingegen sofortiges Rückschlagpotenzial.

Solange der Kurs über dem Tief von 902,50 Euro bleibt, ist eine allmähliche Stabilisierung das wahrscheinlichere Szenario. Kippt die Stimmung, rückt diese Marke schnell wieder in den Fokus. Mittelfristig liefert erst der anstehende Halbjahresbericht wieder harte Fakten. Dort muss das Management beweisen, dass die vollen Auftragsbücher endlich für ein beschleunigtes Wachstum sorgen.

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Rheinmetall Aktie

1.113,60 EUR

+ 20,20 EUR +1,85 %
KGV 48,08
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,04 %
Marktkapitalisierung 50,89 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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