Rheinmetall Aktie: F-126-Stopp kostet 300 Millionen

Rheinmetall kappt die Umsatzziele für 2026 wegen des F-126-Aus, meldet aber starke Halbjahreszahlen. Mehrere Banken sehen weiter Kurspotenzial.

Eduard Altmann ·
Abstrakte Darstellung eines modernen Kriegsschiffes auf stürmischer See bei Dämmerung, symbolisierend geopolitische Unsicherheit. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose um 300 Mio. Euro gesenkt
  • Rekordprofitabilität im ersten Halbjahr
  • Neuer Boxer-Auftrag aus Deutschland und Niederlande
  • RBC und Warburg bestätigen Kaufempfehlung

Rheinmetall hat am vergangenen Donnerstag seine Umsatzprognose für 2026 zurückgenommen. Grund ist der Stopp des milliardenschweren F-126-Fregattenprogramms, der den Konzern bei der Planung ausbremste. Die neue Umsatzspanne liegt laut Reuters bei 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, rund 300 Millionen Euro weniger als bisher avisiert.

Die Aktie reagierte auf die Nachricht nur verhalten – nach Angaben von Reuters legte das Papier nach der Veröffentlichung lediglich leicht zu, blieb aber volatil. Das passt zum aktuellen Kursbild: Seit Jahresbeginn steht bei Rheinmetall ein Minus von 26,34 Prozent, vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007 Euro aus dem Oktober trennen das Papier inzwischen 43,02 Prozent.

Starkes Halbjahr trotz Rückschlag bei der Marine

Der Dämpfer bei der Guidance steht in auffälligem Kontrast zur operativen Entwicklung. Für das erste Halbjahr 2026 meldete Rheinmetall ein starkes Umsatzwachstum und eine Profitabilität auf Rekordniveau. Die vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal zeigten einen deutlich gestiegenen Gewinn, das operative Ergebnis übertraf laut Reuters und weiteren Medienberichten die Erwartungen der Analysten.

Der Ärger über den verlorenen Marineauftrag sitzt beim Konzern dennoch tief. Rheinmetall äußerte sich laut Medienberichten „sehr unzufrieden“ über den Verlust des Auftrags – ein Frust, der die spätere Guidance-Senkung erklärt, ohne die grundsätzliche Wachstumsdynamik im Landsystem- und Munitionsgeschäft infrage zu stellen.

Zusätzlichen Rückenwind lieferte am selben Freitag ein neuer Boxer-Auftrag: Deutschland und die Niederlande bestellten gemeinsam mit Partner KNDS weitere Fahrzeuge bei Rheinmetall.

Analysten sehen weiter deutliches Kurspotenzial

Die Bewertungen der Investmentbanken fielen trotz der gesenkten Prognose überwiegend positiv aus. RBC Capital Markets startete die Bewertung von Rheinmetall am Montag mit „Outperform“ und einem Kursziel von 1.600 Euro, verbunden mit einer Hochstufung von Verkaufen auf Kaufen.

Warburg Research bestätigte am gleichen Tag die Kaufempfehlung und nannte ein Kursziel von 1.500 Euro. Beide Ziele liegen damit deutlich über dem Schlusskurs vom Dienstag von 1.143,60 Euro.

Ein weiterer Belastungsfaktor aus dem Juli wiegt operativ offenbar leichter als befürchtet: China hatte Rheinmetall Ende Juli zusammen mit 13 weiteren europäischen Unternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt. Der Konzern selbst rechnet nach eigener Einschätzung nur mit geringen Auswirkungen.

Produktionsengpässe bei ATACMS als Belastungsfaktor

Neben dem F-126-Programm bremst auch ein anderes Rüstungsprojekt den Konzern aus: Das Hochfahren der ATACMS-Produktion brauche Zeit, während die USA parallel ihre eigenen Bestände wieder auffüllten. Das zeigt, dass Kapazitätsengpässe branchenweit ein Thema sind und nicht nur Rheinmetall betreffen.

Konzernchef Armin Papperger stand zuletzt auch aus anderen Gründen im Blickpunkt: Er wurde von der dpa mit den Worten „Dienst an der Gesellschaft schadet nicht“ zitiert, während die Berichterstattung zugleich seinen Personenschutz thematisierte.

Für Anleger bleibt die zentrale Botschaft: Trotz der Rücknahme der Umsatzprognose sehen mehrere Analysehäuser bei Rheinmetall weiterhin erhebliches Kurspotenzial, das operative Geschäft läuft nach den Halbjahreszahlen robust.

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