Rheinmetall Aktie: F126 kostet Milliarden-Ziel
Der Rüstungskonzern verfehlt seine Auftragserwartung für das zweite Quartal durch den Wegfall des F126-Programms.

Kurz zusammengefasst
- Auftragsziel von 20 Milliarden Euro verfehlt
- Umsatzausfall von bis zu 300 Millionen Euro erwartet
- Neue Skynex-Aufträge als positiver Ausgleich
- Prognose-Update für den 6. August angekündigt
Die Aktie von Rheinmetall beendete den Handel am Donnerstag im Plus. Ein Kursgewinn von gut drei Prozent stand auf der Kursliste. Die böse Überraschung folgte erst nach Börsenschluss. Der Rüstungskonzern verliert das Programm für die Fregatte F126. Das reißt sofort ein Loch in die Prognose für das zweite Quartal.
Fregatten-Aus kostet Millionen
Das Management hatte für den Auftragseingang im laufenden Quartal eigentlich 20 Milliarden Euro angepeilt. Dieser Meilenstein fällt nun ins Wasser. Der Konzern rechnet stattdessen nur noch mit einem niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag.
Ohne schnellen Ersatz drohen spürbare finanzielle Einbußen. Allein im laufenden Jahr könnten bis zu 300 Millionen Euro Umsatz wegbrechen. Auf die Langfristziele wirkt sich der Verlust indes kaum aus. Der Vorstand plant ein Update der Jahresprognose für den 6. August.
Volle Auftragsbücher als Gegengewicht
Parallel dazu meldet das Unternehmen neue internationale Erfolge. Ein Neukunde bestellt vier Skynex-Flugabwehrsysteme samt Lastwagen und Munition. Der Auftrag spült mehrere hundert Millionen Euro in die Kasse. Die erste Lieferung verlässt in knapp zwei Jahren das Werk.
Ein weiterer Ausbau erfolgt in Kroatien. Rheinmetall übernimmt die Mehrheit am Spezialisten DOK-ING. Das Ziel: ein Zentrum für schwere autonome Militärfahrzeuge und Minenräumung aufbauen. Hinzu kommt ein ukrainischer Großauftrag für Artilleriemunition. Die Produktion in Spanien läuft bereits.
Börsenreaktion steht noch aus
Die Anleger feierten am Donnerstag noch einen Schlusskurs von 1.089,60 Euro. Diese Gewinne stehen angesichts der abendlichen Ad-hoc-Meldung nun auf dem Prüfstand. Der Markt muss die verlorene Fregatte am Freitag erst neu einpreisen.
Langfristig hat die Aktie einiges an Boden gutzumachen. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf fast 32 Prozent. Das Rekordhoch aus dem vergangenen September bleibt in weiter Ferne. Klarheit über die exakten Fregatten-Kosten liefert der Quartalsbericht am 6. August.
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