Rheinmetall Aktie: F126-Stopp kostet 21,5 Prozent
Das Verteidigungsministerium stoppt das F126-Fregattenprojekt. Rheinmetall verliert einen Schlüsselauftrag, die Aktie bricht ein. Die IG Metall fordert Ersatz.

Kurz zusammengefasst
- Bundeswehr stoppt Fregattenprojekt F126
- Rheinmetall verliert Milliardenauftrag
- Aktie stürzt um über 21 Prozent ab
- IG Metall fordert Ersatz für Werften
Das Bundesverteidigungsministerium streicht das Fregattenprojekt F126 in seiner ursprünglichen Form. Für Rheinmetall platzt damit ein zentraler Auftrag im Marinegeschäft. Die IG Metall fordert nun einen Ersatzplan für die deutschen Werften. An der Börse hinterlässt die Absage tiefe Spuren.
Ersatz für das F126-Projekt
Das Ministerium begründet den Stopp des Milliardenprojekts mit steigenden Kosten und Terminrisiken. Rheinmetall wollte über die Tochter Naval Vessels Lürssen eine führende Rolle übernehmen. Dafür hatte der Rüstungskonzern extra Werftkapazitäten aufgebaut. Ein harter Schlag.
Nun schaltet sich die Gewerkschaft IG Metall ein. Sie verlangt, die heimische Industrie beim Bau von bis zu acht MEKO-A-200-Schiffen einzubinden. Diese Klasse gilt als möglicher Ersatz für die gestrichenen Fregatten. Das könnte Rheinmetall zumindest einen Teil des verlorenen Geschäfts sichern.
Aktie im freien Fall
Die Börse bestraft den Rückschlag hart. Am Freitag schloss das Papier bei 942,10 Euro. Auf Wochensicht verlor der Titel 21,50 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von gut 41 Prozent zu Buche.
Der Kursrutsch drückt die Aktie nah an ihr Tief von 902,50 Euro. Dieses Level testete der Markt erst am vergangenen Donnerstag. Mit einem RSI-Wert von 23,8 gilt das Papier charttechnisch als stark überverkauft. Der Abstand zum langfristigen Durchschnitt beträgt fast 40 Prozent.
Kerngeschäft federt ab
Abseits des Marinegeschäfts steht der Konzern solide da. Analysten verweisen auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Artilleriemunition, Luftverteidigung und Drohnenabwehr. Für das Jahr 2026 plant das Management einen Umsatz von bis zu 14,5 Milliarden Euro. Die operative Marge soll bei rund 19 Prozent liegen.
Ein starkes Signal sendet der Vorstandsvorsitzende. Er kaufte kürzlich eigene Aktien für drei Millionen Euro. In der neuen Handelswoche rückt die politische Debatte in Berlin in den Mittelpunkt. Entscheidet sich die Politik für die MEKO-A-200-Schiffe, dürfte das die Richtung für die Rheinmetall-Aktie vorgeben.
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