Rheinmetall Aktie: Free Cashflow bricht auf minus 1,6 Milliarden ein

Rheinmetall senkt wegen des stornierten Fregattenauftrags F126 seine Jahresprognose. Trotz eines operativ starken ersten Halbjahres belastet der Rückschlag die Aktie.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte, industrielle Szenerie mit metallischen Texturen und dramatischem Licht, die eine volatile Marktstimmung symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose wegen F126 gesenkt
  • Operatives Ergebnis steigt um 74 Prozent
  • Free Cashflow bricht deutlich ein
  • Analysten bewerten Aktie unterschiedlich

Rheinmetall hat am Donnerstag seine Halbjahreszahlen vorgelegt – und musste im selben Atemzug die Umsatzprognose für das laufende Jahr kappen. Grund ist der Verlust des milliardenschweren Fregattenprogramms F126, das die Bundeswehr Ende Juni überraschend stornierte und stattdessen an den Konkurrenten TKMS vergab. Der Rückschlag überschattete ein operativ starkes erstes Halbjahr und sorgte am Kapitalmarkt für gemischte Reaktionen. Am Freitag schloss die Aktie bei 1.145,40 Euro, ein Minus von 0,40 Prozent gegenüber dem Vortag.

Guidance-Kürzung nach Fregatten-Verlust

Der Konzern rechnet für 2026 nun mit einem Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro, zuvor waren 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro angepeilt. Als Belastung nennt Rheinmetall einen Einmaleffekt von 300 Millionen Euro in der Marinesparte, der direkt auf den F126-Ausfall zurückgeht. Parallel dazu senkte das Unternehmen sein Ziel für den Auftragsbestand von rund 135 Milliarden Euro auf mehr als 100 Milliarden Euro und reduzierte die geplanten Investitionen von 16 Prozent des Umsatzes auf 8 bis 9 Prozent. Konzernchef Armin Papperger betonte, man arbeite im Marinegeschäft weiter intensiv daran, bestehende Aufträge zuverlässig zu erfüllen und international neue Geschäfte zu sichern.

Starkes Halbjahr trotz Rückschlag

Operativ zeigte sich der Konzern robust: Der konsolidierte Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 39 Prozent auf 5.227 Millionen Euro, nach 3.749 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis kletterte um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro, im zweiten Quartal allein legte es um 115 Prozent zu. Die operative Marge verbesserte sich auf 15,0 Prozent nach 12,1 Prozent im Vorjahr, für das Gesamtjahr hält Rheinmetall an einer Zielmarge von rund 19 Prozent fest.

Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten sprang von 4,69 Euro auf 8,43 Euro. Beim Auftragseingang meldete der Konzern mit 16,2 Milliarden Euro ein Plus von 28 Prozent, der Gesamtauftragsbestand wuchs auf 80,5 Milliarden Euro nach 56,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Besonders kräftig entwickelte sich die Division Air Defence, deren Umsatz um 62 Prozent zulegte, getrieben von Bestellungen für Flugabwehrsysteme wie Skynex und Skyranger.

Cashflow bricht ein

Der starken Erfolgsrechnung steht eine deutlich schwächere Kassenlage gegenüber. Der operative Free Cashflow verschlechterte sich um 985 Millionen Euro auf minus 1.616 Millionen Euro, nach minus 631 Millionen Euro im Vorjahr. Rheinmetall begründet dies mit einer verschobenen Terminierung von Vorauszahlungen, gestiegenen Kundenforderungen durch hohe Umsatzlegung zum Quartalsende sowie einem gezielten Vorratsaufbau für die kommenden Quartale.

Analysten uneins über die Perspektive

Die Reaktionen der Analysten fielen unterschiedlich aus. mwb research stufte die Aktie am Donnerstag von Hold auf Sell zurück und senkte das Kursziel von 1.150 auf 1.050 Euro. Die reduzierten Investitionsziele dienten nach Einschätzung des Analysehauses vor allem dazu, die Vorgaben beim operativen Cashflow zu erreichen. Für 2026 erwartet mwb research einen Gewinn je Aktie von 33,52 Euro, nach 15,04 Euro im Vorjahr. UBS bewertete die Aktie am selben Tag weiterhin mit „Buy“ und beließ das Kursziel bei 1.600 Euro. Laut Reuters äußerten JPMorgan-Analysten die Erwartung, dass der Wegfall des Fregattenprogramms stärkere Folgen über 2026 hinaus haben könnte – ein Hinweis darauf, dass sich das Wachstum in den Jahren 2027 und 2028 verlangsamen könnte.

Blick nach vorn

Trotz des Rückschlags im nationalen Marinegeschäft treibt Rheinmetall die internationale Expansion in diesem Segment voran. Am Montag stellte der Konzern mit der GMF 140 eine neue Fregattenklasse mit über 6.000 Tonnen Verdrängung vor, ausgelegt für multi-domain-Einsätze und mit 64 Senkrechtstartzellen für Flugabwehr-, Raketenabwehr- und Landangriffsfähigkeiten ausgestattet. Die Plattform zielt zunächst auf nordamerikanische Beschaffungsprogramme, bevor der Vertrieb auf NATO-Partnerflotten ausgeweitet werden soll. Bereits am 22. Juni hatte Papperger über seine private Holding ATP Holding GmbH Aktien im Wert von rund 4,04 Millionen Euro erworben – ein Signal, das vor dem Hintergrund der jüngsten Kursschwäche in Erinnerung bleibt. Der Titel notiert derzeit rund 43 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.007,00 Euro, das Anfang Oktober erreicht worden war.

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Rheinmetall Aktie

971,40 EUR

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Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,17 %
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ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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