Rheinmetall Aktie: Fregatte BAYERN im dreistelligen Millionen-Bereich

Rheinmetall erhält Marine-Auftrag zur Fregatten-Modernisierung und meldet Rekord-Auftragsbestand von 80,5 Mrd. Euro. Trotz starker Halbjahreszahlen wachsen Bedenken zur Umsetzung.

Dieter Jaworski ·
Moderne Fregatte auf stürmischer See bei goldenem Licht als Symbol für maritime Verteidigungstechnik. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Marine-Auftrag für Fregatten-Modernisierung erhalten
  • Digitalisierungsprojekt D-LBO mit 100 Mio. Euro
  • Rekord-Auftragsbestand von 80,5 Mrd. Euro
  • Umsatzprognose wegen F-126-Stornierung gesenkt

Rheinmetall hat von der Deutschen Marine den Zuschlag für die Modernisierung der Fregatte BAYERN der Klasse F123 erhalten. Der Auftrag vom 30. Juli soll die Einsatzfähigkeit des Schiffs bis mindestens 2035 sichern, das Volumen bewegt sich im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Für den Düsseldorfer Rüstungskonzern reiht sich der Zuschlag in eine Serie von Bundeswehr-Aufträgen ein, die zuletzt regelmäßig Nachschub für das prall gefüllte Orderbuch lieferten.

Digitalisierung als zweites Standbein

Neben der Marine-Modernisierung treibt Rheinmetall auch die Digitalisierung der Fahrzeugflotte der Bundeswehr voran. Am 20. Juli ging ein Auftrag über 100 Millionen Euro für zusätzliche Hardware und Unterstützungsleistungen im Projekt D-LBO ein.

Dahinter stehen Rahmenverträge mit einem Gesamtvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro, von denen auf Rheinmetall über zehn Jahre ein Anteil von etwa 730 Millionen Euro entfällt. Solche mehrjährigen Digitalisierungsprogramme verschaffen dem Konzern planbare Umsätze abseits des klassischen Munitions- und Fahrzeuggeschäfts.

Auftragsbuch bleibt auf Rekordkurs

Der Rückenwind aus Einzelaufträgen zeigt sich auch im Gesamtbild: Am vergangenen Samstag bezifferte Rheinmetall den konzernweiten Auftragsbestand zum Stichtag 30. Juni auf einen Rekordwert von 80,5 Milliarden Euro.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Division Weapon & Ammunition, deren Auftragsbestand um die Hälfte auf 3,1 Milliarden Euro zulegte – getrieben unter anderem vom Munitionspaket für Ungarn sowie von Artillerie- und Mittelkalibermunition für die Ukraine. Die Division Air Defence verzeichnete sogar eine Versechsfachung ihres Auftragsbestands auf 1,5 Milliarden Euro.

Den Rahmen für diese Zahlen lieferte der Halbjahresbericht, den Rheinmetall am vergangenen Donnerstag vorlegte. Der Umsatz im zweiten Quartal kletterte um 69 Prozent, das operative Ergebnis mehr als verdoppelte sich, die operative Marge lag bei 17,1 Prozent.

Für das Gesamtjahr senkte der Konzern zugleich die Umsatzspanne auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, nachdem zuvor bis zu 14,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren – Grund war die Stornierung des Fregatten-Programms F-126 durch die Bundesregierung.

Ausführungsrisiken rücken in den Fokus

Trotz der starken Kennzahlen mehren sich kritische Stimmen zur operativen Umsetzung des Wachstums. Am Freitag warnte ein Marktkommentar, die Ausführungsrisiken bei Rheinmetall seien „zunehmend schwerer zu ignorieren“. Die Aktie hatte bereits im Zuge der Präsentation der Fregatte GMF 140 vor gut einer Woche nachgegeben und büßte seither rund 4,9 Prozent ein – auf Wochensicht steht laut aktuellen Kursdaten ein Rückgang von 4,95 Prozent zu Buche.

Am Montag schloss das Papier bei 1.144,60 Euro. Der kurzfristige Rückschlag relativiert sich allerdings im etwas längeren Rückblick: Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Kursplus von 16,03 Prozent zu Buche. Anleger wägen damit weiterhin zwei Erzählungen gegeneinander ab – ein historisch hohes Auftragsvolumen mit stornierten Großprogrammen und wachsenden Zweifeln an der reibungslosen Umsetzung des Wachstumskurses.

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Rheinmetall Aktie

1.036,00 EUR

– 34,60 EUR -3,23 %
KGV 39,65
KUV 4,38
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,07 %
Marktkapitalisierung 48,29 Mrd. EUR
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ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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