Rheinmetall Aktie: Ganz hinten im DAX gelandet
Ein Branchenbericht verschiebt den deutschen Boxer-Auftrag auf Februar 2027; zugleich belasten ein Brandanschlag und die gesenkte Umsatzprognose.

Kurz zusammengefasst
- Boxer-Bestellung laut Bericht erst 2027
- Aktie schloss bei 1.000 Euro
- Drei Baufahrzeuge durch Brand zerstört
- Auftragsbestand beträgt 80,5 Milliarden Euro
Die Vorfreude auf die Zahlen am Donnerstag ist getrübt. Rheinmetall rutschte am Montag unter die Marke von 1.000 Euro, und das Papier belegte mit einem Minus von 3,6 Prozent den letzten Platz im DAX. Hinzu kommt ein Brandanschlag auf eine Baustelle des Konzerns.
Boxer-Auftrag verschiebt sich
Auslöser war ein Branchenbericht über eine verzögerte Großbestellung. Der deutsche Auftrag für Radfahrzeuge vom Typ Boxer soll demnach erst im Februar 2027 kommen. Auch der Vertragswert liege etwas unter früheren Aussagen von Konzernchef Armin Papperger.
Im Sommer hatte es noch geheißen, die Bundeswehr bestelle Anfang Dezember. Dann wäre der Auftrag noch in diesem Jahr in den Büchern gelandet. Zeitweise verlor die Aktie mehr als fünf Prozent, erstmals seit Mitte Oktober fielen die Kurse unter 1.000 Euro. Aus dem Handel ging sie exakt bei dieser Marke.
Citigroup-Analyst Charles Armitage reagierte gelassen. Der Auftrag bleibe unabhängig vom Zeitpunkt sehr groß, Verzögerungen seien üblich. Das Auftragsvolumen werde auch ohne Boxer über dem Jahresziel von 100 Milliarden Euro liegen. Ein geringerer Wert könne mit einer anderen Fahrzeugkonfiguration zusammenhängen. Nach der kurzfristigen Enttäuschung hält er eine Neubewertung der Aktie nach Vertragsunterzeichnung für möglich.
Brandstiftung in Nordhessen
Außerdem beschäftigt ein Anschlag den Konzern. In der Nacht zum Freitag brannten auf einer Rheinmetall-Baustelle am Flughafen Kassel-Calden drei Baufahrzeuge, weitere Maschinen wurden beschädigt. Die Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Ein Bekennerschreiben auf einer linksextremistisch eingestuften Plattform wird geprüft.
Hessens Innenminister Roman Poseck sprach von einem „gezielten Angriff“. Auf dem Gelände entstehen ein Logistik- und Trainingszentrum sowie ein Drohnentestzentrum. Rheinmetall und das Land Hessen hatten dafür im August Investitionen von mehr als 260 Millionen Euro angekündigt. Die Aktie gab im Tagesverlauf zeitweise um gut ein Prozent nach.
Hohe Erwartungen an Donnerstag
Die Aktie liegt rund 47 Prozent unter ihrem Januar-Hoch. Zwar steht ein Auftragsbestand von 80,5 Milliarden Euro in den Büchern. Eine gesenkte Umsatzprognose und der hohe Kapitalbedarf belasten jedoch die Stimmung.
Am 5. November legt Rheinmetall die Quartalszahlen vor. Dann zeigt sich, ob das Management die Boxer-Verschiebung mit Zusagen zum Auftragseingang auffangen kann, und ob die Marke von 1.000 Euro wieder zur Unterstützung wird.
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