Rheinmetall Aktie: Halbjahresbericht am Donnerstag um 14:00 Uhr
Rheinmetall präsentiert morgen den Halbjahresbericht. Analysten bleiben trotz negativem Free Cashflow und F126-Absage zuversichtlich.

Kurz zusammengefasst
- Halbjahresbericht erscheint am Donnerstag
- Operativer Free Cashflow deutlich negativ
- Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro
- Analysten bestätigen Kursziele über 1.900 Euro
Rheinmetall steht vor einer entscheidenden Stunde. Am morgigen Donnerstag legt der Düsseldorfer Rüstungskonzern seinen vollständigen Halbjahresbericht vor. Im Mittelpunkt steht eine Zahl, die schon jetzt für Diskussionen sorgt: der operative Free Cashflow.
Ende Juli hatte Rheinmetall vorläufige Eckdaten zum zweiten Quartal veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 69 Prozent auf rund 3,29 Milliarden Euro. Ein anderer Wert dämpft die Euphorie: Das Management hatte bereits signalisiert, dass der operative Free Cashflow im Quartal deutlich negativ ausfällt.
Warum der Cashflow ins Minus rutscht
Zwei Gründe stecken dahinter. Zum einen verschieben sich Anzahlungen von Kunden. Zum anderen baut Rheinmetall Lagerbestände für kommende Quartale auf.
Der Auftragsbestand hat zuletzt erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro überschritten. Das klingt zunächst nach Stärke. Es bedeutet aber auch: Der Konzern muss riesige Projekte vorfinanzieren, bevor Zahlungen fließen. Investoren wollen am Donnerstag hören, wann sich der Cashflow wieder normalisiert.
Die Lücke nach der F126-Absage
Ein zweites Thema wird den Bericht begleiten. Im Juni hatte die Bundeswehr das milliardenschwere Fregattenprojekt F126 abgesagt. Analysten schätzen den möglichen Umsatzverlust für das laufende Geschäftsjahr auf bis zu 300 Millionen Euro.
Rheinmetall konnte den Rückschlag teilweise abfedern. Ein Auftrag zur Modernisierung der Fregatte „Bayern“ sicherte dem Konzern zumindest einen Teilersatz. Die Division Naval Systems hält trotzdem an ihrem Ziel fest: ein Umsatzsprung auf bis zu 5 Milliarden Euro bis 2030. Der Markt wartet auf ein klares Signal, ob dieses Ziel nach dem F126-Aus noch realistisch bleibt.
Analysten halten an Kurszielen fest
Trotz der operativen Fragezeichen bleibt die Stimmung unter Analysten positiv. Bernstein und Jefferies bekräftigten ihre Kaufempfehlungen nach den starken vorläufigen Zahlen Ende Juli. Ihre Kursziele liegen teils über 1.900 Euro – deutlich über dem aktuellen Niveau von 1.202,20 Euro.
Die Aktie hat sich zuletzt erholt, bleibt aber weit von ihren alten Höchstständen entfernt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.467,16 Euro beträgt noch immer gut 18 Prozent. Das zeigt: Der Markt hat die Verluste seit Jahresbeginn noch nicht aufgeholt.
Der Bericht erscheint morgen um 14:00 Uhr MESZ. Entscheidend wird sein, ob das Management einen konkreten Zeitpunkt für die Cashflow-Normalisierung nennt. Ohne dieses Signal dürfte die Marke von 1.200 Euro eine Hürde bleiben.
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