Rheinmetall Aktie: Hormus-Falle!

Die Rheinmetall-Aktie verliert deutlich, nachdem eine US-Seeblockade im Persischen Golf und ein möglicher Ukraine-Frieden für Verkaufsdruck sorgen. Trotz robuster Auftragslage bleibt die Bewertung hoch.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert acht Prozent in einer Woche
  • US-Vertrag für Lockheed Martin belastet Stimmung
  • Robuste Umsatz- und Margenziele für 2026
  • Hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 43

Trumps angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus trifft die Rheinmetall-Aktie in einem ohnehin angeschlagenen Moment. Der Rüstungskonzern kämpft mit einem komplexen Gegenwind — und der kommt von mehreren Seiten gleichzeitig.

Freitagseinbruch mit Doppelwirkung

Zum Wochenstart startet die Aktie bei rund 1.484 Euro leicht erholt, nachdem sie am Freitag noch 5,6 Prozent verloren hatte. Das Wochenminus summiert sich damit auf knapp acht Prozent — seit Mitte Januar hat der Titel ein Viertel seines Werts abgegeben.

Verantwortlich für den Freitagseinbruch waren zwei Faktoren: Lockheed Martin sicherte sich einen milliardenschweren US-Armeevertrags über die Produktion von PAC-3 MSE-Raketen im Wert von 4,76 Milliarden Dollar — ein Signal, dass amerikanische Rüstungsaufträge amerikanischen Anbietern zugutekommen. Gleichzeitig sorgten Aussagen des ukrainischen Unterhändlers Kyrylo Budanov über einen möglichen Friedensdeal für Verkaufsdruck. Auch andere europäische Rüstungswerte litten: Hensoldt verlor 5,9 Prozent, RENK 3,6 Prozent.

Ölpreis steigt — Rüstungslogik bleibt widersprüchlich

Nun kommt der Nahost-Faktor hinzu. Nach dem Scheitern der US-Iran-Verhandlungen hat Trump eine Blockade der Straße von Hormus angekündigt — jener Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls fließt. Der Brent-Preis sprang daraufhin von 95,20 auf 102,50 Dollar je Barrel.

Steigende Energiepreise erhöhen zwar die geopolitische Risikowahrnehmung — was Rüstungsausgaben tendenziell begünstigt. Gleichzeitig belasten sie die Industrieproduktion und damit die Gewinnmargen von Herstellern wie Rheinmetall. Ein zweischneidiges Schwert.

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Starke Auftragslage, hohe Bewertung

Operativ bleibt das Bild robust. Für 2026 peilt der Vorstand einen Konzernumsatz von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro an — ein Wachstum von 40 bis 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die operative Marge soll auf rund 19 Prozent steigen. Bemerkenswert: 91 Prozent des angestrebten Umsatzes sind bereits durch bestehende Aufträge gedeckt.

Die Bewertung bleibt jedoch ein Streitpunkt. Das KGV für 2026 liegt bei 43,7 — deutlich über dem Branchendurchschnitt. Selbst für 2027 wird die Aktie noch mit dem knapp 30-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Gemessen am Allzeithoch von knapp über 2.000 Euro aus dem Oktober 2025 notiert der Titel aktuell rund 25 Prozent tiefer.

Den nächsten konkreten Katalysator liefern die Quartalszahlen für Q1 2026 im Mai. Bis dahin dürften die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus und der Stand möglicher Ukraine-Friedensverhandlungen den Kurs maßgeblich bewegen.

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Rheinmetall Aktie

1.357,80 EUR

+ 20,20 EUR +1,51 %
KGV 60,96
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,86 %
Marktkapitalisierung 62,77 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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