Rheinmetall Aktie: Insider kauft zu 1.172 Euro

Rheinmetall kooperiert mit der Telekom zur Drohnenabwehr, treibt Software-Lösungen voran und verzeichnet einen Insider-Kauf trotz schwacher Q1-Zahlen.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kooperation mit Telekom für Drohnenabwehr
  • Software-Plattform für vernetzte Systeme
  • Vorstand kauft Aktien für 246.000 Euro
  • Umsatzverfehlung im ersten Quartal

Rheinmetall hat eine schwierige Woche hinter sich. Die Aktie markierte am Dienstag mit 1.164,60 Euro ein neues 52-Wochen-Tief — seit Jahresbeginn liegt das Minus bei rund 27 Prozent. Ausgerechnet jetzt setzt der Konzern gleich auf drei Ebenen Akzente.

Drohnenabwehr mit der Telekom

Auf der Messe AFCEA in Bonn gab Rheinmetall eine Kooperation mit der Deutschen Telekom bekannt. Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen ein sogenanntes „Multi-Threat-Protection-System“. Es soll kritische Infrastrukturen und Städte vor Drohnenangriffen und hybriden Bedrohungen schützen.

Rheinmetall bringt Sensoren und Effektoren ein. Die Telekom steuert Cloud-Technologie und Echtzeitdatenanalyse bei. Das Ziel: komplexe Angriffsszenarien automatisiert erkennen und abwehren. Das Feld der zivilen Sicherheit wächst — und liegt abseits der klassischen Rüstungsaufträge.

Software als Wachstumshebel

Auf derselben Messe zeigte Rheinmetall den aktuellen Stand seiner „Battlesuite“. Das Konzept dahinter: ein standardisierter „Tactical Core“ vernetzt verschiedene Plattformen — vom Kampfpanzer bis zum Satelliten. Neue Fähigkeiten wie KI-gestützte Zielerkennung lassen sich wie Apps integrieren.

Rheinmetall will damit weg von herstellergebundenen Einzellösungen. Der Plattformansatz sichert margenstarke Serviceeinnahmen über den gesamten Lebenszyklus eines Systems. Das ist das eigentliche Geschäftsmodell hinter dem Schlagwort „Software-Defined Defence“.

Insider-Kauf und schwache Q1-Zahlen

Vorstand René Gansauge kaufte am Dienstag über XETRA Rheinmetall-Aktien für rund 246.000 Euro — zu einem Durchschnittskurs von etwa 1.172,60 Euro. Das Signal ist eindeutig lesbar: Das Management hält den Kursrückgang für übertrieben.

Auslöser des Abwärtsdrucks waren die Q1-Zahlen. Der Umsatz lag mit 1,94 Milliarden Euro deutlich unter den Markterwartungen von rund 2,28 Milliarden Euro. Marktbeobachter führen den Fehlbetrag auf Projektverschiebungen zurück. Die operative Marge stieg allerdings auf 11,6 Prozent — die Profitabilität stimmt, nur das Timing nicht.

Für das zweite Quartal erwartet der Vorstand eine spürbare Beschleunigung. Die Jahresziele bleiben unverändert. JPMorgan hat das Kursziel auf 1.500 Euro gesenkt; Warburg-Analyst Christian Cohrs stufte die Aktie auf „Kaufen“ hoch und setzt 1.550 Euro als Ziel — er hält die Korrektur für überzogen, da der europäische Rüstungsboom und neue Felder wie Marinesysteme intakt seien. Am 15. Mai erhalten Aktionäre die vorgeschlagene Dividende von 11,50 Euro je Aktie.

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Rheinmetall Aktie

946,60 EUR

– 0,20 EUR -0,02 %
KGV 41,62
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,21 %
Marktkapitalisierung 44,03 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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