Rheinmetall Aktie: Kartell-Freigabe für Satelliten-Pakt

Rheinmetall erhält Kartellfreigabe für Satelliten-Joint-Venture mit OHB und zieht den Bau von Aufklärungsschiffen vor. Die Aktie zeigt trotz dieser operativen Fortschritte Schwäche.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kartellamt genehmigt Satelliten-Joint-Venture mit OHB
  • Früherer Baubeginn für Marine-Aufklärungsschiffe
  • Aktienkurs notiert deutlich unter Jahresdurchschnitt
  • Nächste Impulse durch Quartalszahlen und neues JV

Auf dem Wasser und im Weltraum baut Rheinmetall seine Kapazitäten aus. Während auf der Wolgaster Peene-Werft der Bau neuer Aufklärungsschiffe früher als geplant beginnt, beseitigt das Bundeskartellamt eine wichtige Hürde im Digitalgeschäft. An der Börse verpuffen diese operativen Fortschritte allerdings vorerst in einem schwachen Marktumfeld.

Neues Schwergewicht im Weltraum

Im Bereich der militärischen Satellitenkommunikation formiert sich eine neue Allianz. Das Bundeskartellamt genehmigte am Donnerstag die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zwischen der Rheinmetall Digital GmbH und der OHB SE. Wettbewerbliche Bedenken gegen die Bündelung der Kompetenzen bestünden nicht.

In der neuen Struktur übernimmt Rheinmetall das Nutzer- und Netzwerksegment. OHB steuert das Weltraum- und Bodensegment bei. Das Ziel ist klar formuliert: Das Joint Venture soll künftige Beschaffungsaufträge der Bundeswehr als Systemintegrator abwickeln und die technologische Tiefe in der vernetzten Operationsführung erhöhen.

Produktionsstart an der Küste vorgezogen

Parallel dazu drückt der Düsseldorfer Rüstungskonzern im Marine-Sektor aufs Tempo. Auf der Peene-Werft erfolgte der erste Stahlschnitt für das dritte Flottendienstboot der Klasse 424. Damit startete die Division Naval Systems die Fertigung spürbar früher als ursprünglich geplant.

Die rund 130 Meter langen Schiffe dienen der Bundeswehr als strategische Aufklärungsplattformen. Division-CEO Tim Wagner wertet den vorgezogenen Baubeginn als direktes Signal in einer veränderten sicherheitspolitischen Lage. Geschwindigkeit sei mittlerweile ein entscheidender Sicherheitsfaktor. Mit diesem Schritt befinden sich nun alle drei geplanten Einheiten im Bau.

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Aktie ignoriert operative Erfolge

Die Aktie reagiert auf diese operativen Fortschritte bisher unterkühlt. Im Xetra-Handel rutschte das Papier um 1,2 Prozent auf 1.497,40 Euro ab. Damit summiert sich der Verlust auf Monatssicht auf rund acht Prozent.

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs notiert deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der Abstand zum Rekordhoch von knapp 2.000 Euro ist auf ein Viertel angewachsen. Ein kurzfristiger Ausbruchsversuch über kurzlaufende Trendlinien zur Wochenmitte erwies sich als nicht nachhaltig.

Der nächste handfeste Impuls für den Aktienkurs folgt in wenigen Wochen. Am 7. Mai 2026 präsentiert Rheinmetall die Bilanz für das erste Quartal. Experten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Gewinn je Aktie von rund 39 Euro. Im zweiten Halbjahr steht dann die Gründung des nächsten Joint Ventures „Rheinmetall Destinus Strike Systems“ auf der Agenda.

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Rheinmetall Aktie

1.180,40 EUR

– 111,20 EUR -8,61 %
KGV 53,77
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,95 %
Marktkapitalisierung 55,63 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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