Rheinmetall Aktie: Kuwait bestellt MASS-Systeme
Trotz neuer Laser- und Raketenaufträge setzt Rheinmetall den Abwärtstrend fort. Der Aktienkurs fällt weiter und nähert sich dem Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Neuer Laserwaffen-Auftrag der Marine
- Kuwait bestellt Täuschkörperwerfer MASS
- ATACMS-Fertigung in Unterlüß geplant
- Aktie verliert trotz Auftragsflut weiter
Neue Rüstungsaufträge, aber ein Kurs im freien Fall: Bei Rheinmetall passt zurzeit nichts zusammen. Die Bundeswehr hat den Konzern und MBDA Deutschland mit der Entwicklung eines Hochenergie-Laserwaffensystems für die Marine beauftragt. Die Aktie reagiert darauf kaum. Der Abwärtstrend hält an.
Laser-Auftrag und Kuwait-Deal
Am 9. Juli 2026 wurde der neue Laser-Auftrag bekannt. Rheinmetall und MBDA Deutschland entwickeln das System gemeinsam für die Deutsche Marine.
Kurz zuvor hatte Kuwait erstmals Täuschkörperwerfer vom Typ MASS bei Rheinmetall bestellt. Die Systeme sollen auf acht Marineschiffen zum Einsatz kommen. Der Auftrag liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, dazu kommt noch Munition.
Rheinmetall reiht damit einen operativen Erfolg an den nächsten. Parallel treibt der Konzern mit Lockheed Martin eine europäische Fertigungslinie für ATACMS-Raketen am Standort Unterlüß voran. Das Projekt soll den steigenden Bedarf an Präzisionsmunition decken und Europas Abhängigkeit bei dieser Schlüsseltechnologie senken.
Kurs bleibt unter Druck
Die guten Nachrichten helfen der Aktie bislang nicht. Das Papier notiert aktuell bei 984,90 Euro. Im Tagesvergleich verliert die Aktie 0,82 Prozent, am Freitag hatte der Schlusskurs noch bei 993,00 Euro gelegen.
Auf Wochensicht beträgt das Minus bereits 13,30 Prozent. Binnen 30 Tagen verlor die Aktie 17,69 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 38,50 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht sind es sogar 47,35 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995,00 Euro aus dem September 2025 trennen die Aktie inzwischen mehr als die Hälfte. Näher liegt das 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro. Dieses wurde erst am 25. Juni 2026 markiert – der aktuelle Abstand beträgt nur noch 9,13 Prozent.
Charttechnik zeigt Verkaufsdruck
Der Kurs liegt 15,18 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.161,17 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 1.513,96 Euro beträgt der Abstand sogar 34,95 Prozent.
Der RSI auf 14-Tage-Basis steht bei 36,5 Punkten. Das signalisiert anhaltenden Verkaufsdruck, die Aktie gilt aber noch nicht als überverkauft.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 68,75 Prozent. Der Markt stuft das Papier damit derzeit als hochriskant ein.
Zahlen sollen Klarheit bringen
Operative Erfolge und Kursentwicklung laufen bei Rheinmetall seit Monaten in unterschiedliche Richtungen. Die Auftragsflut aus Ankara, Unterlüß und Kuwait hat die Anleger bisher kaum überzeugt.
Am 6. August 2026 veröffentlicht Rheinmetall die Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Dann zeigt sich, ob sich die zahlreichen Einzelaufträge tatsächlich in Umsatz und Marge niederschlagen. Bis dahin dürften Sorgen um Kapazitätsengpässe und den nötigen Investitionsbedarf das Sentiment weiter belasten.
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