Rheinmetall Aktie: Laserauftrag für Deutsche Marine
Trotz einer Serie von Milliardenaufträgen, inklusive eines Laserwaffensystems für die Marine, fällt die Rheinmetall-Aktie weiter und notiert deutlich unter ihrem Jahreshoch.

Kurz zusammengefasst
- Neuer Milliardenauftrag für Marine-Laserwaffe
- Weitere Großaufträge aus Kuwait und NATO
- Aktie fällt trotz Auftragsflut auf 993 Euro
- Analysten sehen Kurspotenzial bis 1.300 Euro
Rheinmetall meldet einen Großauftrag nach dem anderen. Die Aktie aber fällt und fällt. Diese Diskrepanz zwischen Nachrichtenlage und Kursverlauf wirft Fragen auf.
Am Freitag schloss das Papier bei 993,00 Euro. Das bedeutet ein Tagesminus von 1,90 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 9,48 Prozent, über 30 Tage sogar von 16,96 Prozent zu Buche.
Laserwaffe für die Marine
Am 9. Juli 2026 unterschrieb Rheinmetall einen Vertrag über ein Hochenergie-Laserwaffensystem für die Deutsche Marine. Das Volumen liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Auftraggeber ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr.
Den Zuschlag erhielt eine Arbeitsgemeinschaft aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition. Beide Firmen gründen dafür gerade ein gemeinsames Unternehmen. Das geplante System soll bis 2029 einsatzfähig sein und die komplette Wirkkette abdecken: Aufklärung, Zielverfolgung und Bekämpfung von Luft-, See- und Landzielen.
Rheinmetall betont dabei die deutsche Lieferkette. Das Unternehmen will die nationale Souveränität bei dieser Schlüsseltechnologie sichern.
Eine Woche voller Aufträge
Der Laser-Deal reiht sich in eine ganze Serie von Meldungen ein. Innerhalb weniger Tage kamen vier weitere Erfolge hinzu:
- 10. Juli 2026: Kuwait bestellt erstmals MASS-Täuschkörperwerfer für acht Schiffe. Wert: niedriger zweistelliger Millionenbereich, plus ein hoher einstelliger Millionenbetrag für Munition.
- 7. Juli 2026: Rheinmetall und Lockheed Martin unterzeichnen eine Absichtserklärung zur gemeinsamen ATACMS-Raketenproduktion in Europa. Das Kompetenzzentrum soll in Unterlüß entstehen.
- 7. Juli 2026: Ein NATO-Staat beauftragt Rheinmetall mit 155mm-Artilleriemunition für die Ukraine. Volumen: mittlerer zweistelliger Millionenbereich.
- 8. Juli 2026: Rheinmetall kündigt eine strategische Industriepartnerschaft mit Kroatien an, inklusive neuem Gemeinschaftsunternehmen für unbemannte Fahrzeuge.
Kaum ein Rüstungskonzern kann derzeit eine vergleichbare Auftragsdichte vorweisen.
Der Kurs bewegt sich gegen den Trend
Und trotzdem verliert die Aktie an Wert. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 38,00 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 46,25 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro vom 29. September 2025 fehlen inzwischen 50,23 Prozent.
Immerhin: Zum jüngsten 52-Wochen-Tief bei 902,50 Euro vom 25. Juni 2026 hält das Papier einen Abstand von gut 10 Prozent. Der RSI-Wert von 37,2 signalisiert eine überverkaufte Situation. Die Volatilität bleibt mit 68,77 Prozent auf Jahresbasis hoch.
Jefferies bestätigte am 10. Juli 2026 die Kaufempfehlung für die Aktie. Das Kursziel der Analysten liegt bei 1.300 Euro, deutlich über dem aktuellen Niveau von 993,00 Euro. Der Abstand zum eigenen 50-Tage-Durchschnitt von 1.168,88 Euro zeigt, wie stark sich der Kurs zuletzt vom mittelfristigen Trend gelöst hat.
Der nächste konkrete Prüfstein folgt am 6. August 2026. Dann veröffentlicht Rheinmetall die Zahlen zum zweiten Quartal. Nach dem ersten Quartal hatte der Konzern bereits ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang für die Folgeperiode angekündigt – die aktuelle Auftragsserie liefert dafür bereits erste Belege.
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