Rheinmetall Aktie: Laserauftrag für Marine
Trotz neuer Großaufträge für Laserwaffen und Munition fällt die Rheinmetall-Aktie weiter. Anleger warten auf die Q2-Zahlen im August.

Kurz zusammengefasst
- Neuer Laserwaffen-Vertrag mit Marine
- Munitionsaufträge für die Ukraine
- Kursverlust von fast 10 Prozent pro Woche
- Q2-Ergebnisse im August erwartet
Rheinmetall sammelt Milliardenaufträge, doch der Aktienkurs bricht weiter ein. Am Freitag unterschrieb der Rüstungskonzern einen Vertrag über ein Hochenergie-Laserwaffensystem für die Deutsche Marine. Der Wert liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Aktie schloss trotzdem bei 993,40 Euro, ein Minus von 1,68 Prozent.
Laser gegen Drohnen
Das Düsseldorfer Unternehmen entwickelt das System gemeinsam mit MBDA Deutschland. Dafür gründen beide Firmen ein Joint Venture, die High-Energy Laser Naval Demonstrator Working Group. Bis 2029 soll die Technologie einsatzbereit sein.
Der Fokus liegt auf dem Schutz vor Drohnenangriffen. Rheinmetall deckt dabei die komplette Wirkkette ab: Aufklärung, Zielverfolgung und Bekämpfung. Das Unternehmen setzt bewusst auf deutsche Lieferketten. Das soll die nationale Souveränität in dieser Schlüsseltechnologie sichern.
Munition, Marine und Antriebe
Der Laser-Auftrag reiht sich in eine Serie von Erfolgen ein. Im zweiten Quartal 2026 kamen zwei Munitionsaufträge für die Ukraine hinzu. Ein NATO-Staat orderte mehrere tausend 155-mm-Artilleriegranaten im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, die Ukraine selbst bestellte direkt eine niedrige fünfstellige Stückzahl im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Rheinmetall Expal Munitions in Spanien und Nitrochemie in Deutschland produzieren die Munition. Beide Werke sollen die Lieferung bis spätestens April 2027 abschließen.
Auch bei Marinetechnik punktet der Konzern. Kuwait erhält erstmals Multi Ammunition Softkill Systems, kurz MASS, für acht Schiffe der Al Dorra-Klasse. Der Auftrag für die Täuschkörperwerfer liegt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, dazu kommt Omnitrap-Munition im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Parallel erweiterte Rheinmetall den Rahmenvertrag mit der RENK Group für Antriebssysteme der KF41 Lynx-Fahrzeuge. Dieser Zusatzauftrag hat ein Volumen von über 270 Millionen Euro.
Kurs bricht trotz Auftragsflut ein
Die operativen Erfolge zeigen sich im Kurs bisher nicht. In der vergangenen Woche verlor die Aktie 9,44 Prozent, auf Monatssicht sind es 16,93 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 37,97 Prozent zu Buche.
Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang sogar 46,23 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995 Euro aus dem September 2025 trennen die Aktie mittlerweile 50,21 Prozent. Immerhin liegt der aktuelle Kurs noch 10,07 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro, das erst am 25. Juni erreicht wurde.
Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 34,57 Prozent. Das Chartbild bleibt bärisch. Der RSI von 37,2 deutet auf eine neutrale bis leicht überverkaufte Zone hin, die annualisierte Volatilität liegt bei hohen 68,82 Prozent.
Die Diskrepanz zwischen Auftragslage und Kursverlauf wirft Fragen auf, die erst die Zahlen beantworten können. Die Veröffentlichung der Q2-Ergebnisse im August dürfte zeigen, ob sich die Milliardenaufträge tatsächlich in Umsatz und Marge niederschlagen.
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