Rheinmetall Aktie: Laserauftrag vom 9. Juli

Rheinmetall sichert sich Großaufträge aus Kuwait, Marokko und von der Bundeswehr, während der Aktienkurs weiter fällt.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Erstmals MASS-System für Kuwait
  • Laserwaffenentwicklung für Marine
  • Feldhospitäler für Marokko
  • Aktie verliert trotz Auftragsflut

Rheinmetall sammelt Millionenaufträge aus Kuwait, Marokko und von der Bundeswehr ein. Die Aktie schert das kaum. Am Freitag schloss das Papier bei 993,00 Euro, erneut unter der Marke von 1.000 Euro.

Kuwait bestellt erstmals Täuschkörpersystem

Die kuwaitischen Seestreitkräfte erhalten von Rheinmetall das Multi Ammunition Softkill System, kurz MASS. Es ist die erste Lieferung dieses Täuschkörperwerfers nach Kuwait. Acht Schiffe rüstet der Konzern damit aus.

Der Auftragswert liegt im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Hinzu kommt die passende Omnitrap-Munition im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Rheinmetall buchte den Gesamtauftrag im zweiten Quartal 2026, die Lieferung läuft bis ins Jahr 2029.

Das Geschäft ist Teil des größten Schiffbauprogramms Kuwaits seit über 15 Jahren. Das MASS-System schützt Schiffe vor modernen Seezielflugkörpern. Es setzt Täuschkörper ein, die von Radar bis Infrarot wirken.

Laserwaffe für die deutsche Marine

Einen Tag vor der Kuwait-Meldung kam der nächste Großauftrag. Am 9. Juli 2026 unterzeichnete das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr einen Vertrag mit der Arbeitsgemeinschaft ARGE HEL. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus MBDA Deutschland und Rheinmetall Waffe Munition.

Die Partner entwickeln ein Hochenergie-Laserwaffensystem für die deutsche Marine. Es soll bis 2029 einsatzbereit sein. Der Vertragswert liegt im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Der Auftrag umfasst die komplette Wirkkette: von Aufklärung und Zielverfolgung bis zur Bekämpfung. Grundlage ist ein Laserdemonstrator, der im März 2026 vor hochrangigen deutschen Delegationen seine Fähigkeiten zeigte. An Bord der Fregatte Sachsen legte er rund 28.000 Seemeilen zurück und feuerte über 1.000 Schüsse auf Luft-, See- und Landziele ab.

Marokko bestellt Feldhospitäler

Bereits im Juni 2026 sicherte sich Rheinmetall einen weiteren Auftrag, unabhängig von den maritimen Geschäften. Die Tochtergesellschaft Rheinmetall Mobile Systeme unterzeichnete einen Vertrag mit Marokko über sieben mobile Feldhospitäler. Das Volumen liegt im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, die Auslieferung folgt 2027 und 2028.

Mit dem MASS-System oder der Kuwait-Bestellung hat dieser Auftrag nichts zu tun. Es handelt sich um ein eigenständiges medizinisches Versorgungsprojekt.

Der Kurs bricht trotzdem weiter ein

Die operativen Erfolge bremsen den Kursverfall nicht. Am Freitag verlor die Aktie 1,90 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 12,59 Prozent, auf Monatssicht auf 17,01 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 38,00 Prozent zu Buche. Binnen zwölf Monaten sind es sogar 46,91 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.995,00 Euro vom 29. September 2025 trennt die Aktie mittlerweile mehr als die Hälfte ihres Werts.

Zum 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro aus dem Juni beträgt der Abstand dagegen nur noch gut zehn Prozent. Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen. Die Aktie notiert 15,05 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.168,88 Euro und 34,59 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.518,21 Euro.

Der RSI-Wert von 37,2 signalisiert eine Annäherung an überverkaufte Zonen. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 68,77 Prozent zeigt: Die Schwankungen bleiben hoch.

Die Schere zwischen Aufträgen und Kurs

Kuwait bestellt, Marokko bestellt, die Bundeswehr bestellt. Rheinmetall meldet einen Neuauftrag nach dem anderen, trotzdem verliert die Aktie weiter an Wert. Diese Lücke zwischen operativem Erfolg und Börsenreaktion wächst von Woche zu Woche.

Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den Quartalsbericht. Rheinmetall hat ihn für den 6. August 2026 angekündigt. Er soll zeigen, ob sich die Auftragsserie auch in den Zahlen zum Auftragseingang niederschlägt.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 13. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Rheinmetall Aktie

993,00 EUR

– 17,40 EUR -1,72 %
KGV 43,76
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,13 %
Marktkapitalisierung 46,23 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

Community Forum zu Rheinmetall

Ähnliche Artikel

HCA Healthcare Aktie: Q1-Umsatz steigt auf 19,11 Milliarden US-Dollar

HCA Healthcare Aktie: Q1-Umsatz steigt auf 19,11 Milliarden US-Dollar

Gesundheit ·
XRP: Garlinghouse wollte Ripple auflösen

XRP: Garlinghouse wollte Ripple auflösen

Ethereum & Altcoins ·
DroneShield Aktie: 40-Milliarden-NATO-Plan verpufft

DroneShield Aktie: 40-Milliarden-NATO-Plan verpufft

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: Laserauftrag vom 9. Juli

Rheinmetall Aktie: Laserauftrag vom 9. Juli

Industrie ·
Amazon Aktie: Prime Air startet in Ohio

Amazon Aktie: Prime Air startet in Ohio

Raumfahrt ·

Weitere Artikel zu Rheinmetall

Alle Artikel anzeigen
Rheinmetall Aktie: F126-Stornierung wirkt nach

Rheinmetall Aktie: F126-Stornierung wirkt nach

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: Laserauftrag für Deutsche Marine

Rheinmetall Aktie: Laserauftrag für Deutsche Marine

Industrie ·
Rüstungsaktien verlieren 58 Milliarden – wo Anleger jetzt hinschauen sollten

Rüstungsaktien verlieren 58 Milliarden – wo Anleger jetzt hinschauen sollten

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: Capital Fund Management erhöht Short-Position

Rheinmetall Aktie: Capital Fund Management erhöht Short-Position

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: Laserauftrag für Marine

Rheinmetall Aktie: Laserauftrag für Marine

Industrie ·