Rheinmetall Aktie: Leonardo schließt 1,6-Milliarden-Übernahme
Rheinmetall verzeichnet leichte Kursverluste, profitiert aber weiterhin von vollen Auftragsbüchern und steigenden Verteidigungsausgaben.

Kurz zusammengefasst
- Rheinmetall gibt um 2,91 Prozent nach
- Rüstungssektor als Konjunkturmotor in Bayern
- Hohe Nachfrage durch leere Munitionslager
- Kostendruck durch teure Abfangraketen
Der europäische Verteidigungssektor verliert zum Wochenauftakt an Schwung. Am Montagvormittag notiert der Sektor rund zwei Prozent im Minus, Rheinmetall gibt mit 1.254 Euro sogar 2,91 Prozent nach. Diese Konsolidierung folgt auf eine monatelange Rallye, die durch steigende Militärbudgets befeuert wurde.
Dennoch zeigen die Fundamentaldaten ein anderes Bild.
Rüstung als Konjunkturmotor
Ein aktueller Bericht zur bayerischen Metall- und Elektroindustrie für das erste Quartal 2026 belegt die Bedeutung des Rüstungssektors. Während die Gesamtproduktion in Bayern zum Vorjahr um vier Prozent fiel, legte der Bereich „Sonstiger Fahrzeugbau“ – maßgeblich Rüstungsgüter – um zehn Prozent zu. Rheinmetall profitiert als einer der größten deutschen Rüstungskonzerne direkt davon.
Die Auftragsbücher sind voll. Bereits im März 2026 erklärte CEO Armin Papperger, dass die Munitionslager der EU, der USA und des Nahen Ostens nahezu leer seien. Das erzwungene Wiederauffüllen treibt die Nachfrage.
Die Kosten der Verteidigung
Gleichzeitig zeigt sich eine strukturelle Schieflage. Beim Abwehren iranischer Angriffe kamen innerhalb weniger Tage über 800 Patriot-Abfangraketen zum Einsatz. Das Problem: Eine Shahed-Drohne kostet 20.000 bis 50.000 US-Dollar, eine PAC-3-Abfangrakete dagegen über drei Millionen US-Dollar.
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Diese Kostendiskrepanz erhöht den Druck auf die Budgets. Deutschland bleibt einer der größten Unterstützer der Ukraine und lieferte – nach Bestätigung von Präsident Selenskyj – Ende Mai eine weitere IRIS-T-Flugabwehrstellung.
Konsolidierung im Fahrzeugbau
Auch strategisch bewegt sich der Markt. Der italienische Konzern Leonardo schloss im März die Übernahme des Iveco-Verteidigungsgeschäfts für 1,6 Milliarden Euro ab. Rheinmetall hatte Interesse an der Übernahme des Militär-Lkw-Geschäfts signalisiert – die Pläne liegen jedoch auf Eis, solange die Transaktion nicht vollständig finalisiert ist.
Der Aktienkurs von Rheinmetall liegt mit 1.254 Euro deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.631 Euro. Der RSI von 58,1 signalisiert eine leichte Erholung vom 52-Wochen-Tief bei 1.118 Euro Mitte Mai. Die große Unbekannte bleibt, wie schnell die Produktion hochgefahren werden kann, um die weltweit leeren Arsenale zu füllen.
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