Rheinmetall Aktie: Leopard 3 ersetzt MGCS-Hoffnung
Rheinmetall-Chef Papperger stellt das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS infrage. Der Konzern setzt nun auf den Leopard 3.

Kurz zusammengefasst
- Zweifel an Milliarden-Panzerprojekt MGCS
- Rheinmetall forciert eigene Leopard-3-Lösung
- Freier Cashflow durch Expansion belastet
- Aktienkurs nahe Jahrestief bei 1.100 Euro
Armin Papperger schlägt Alarm. Der Rheinmetall-Chef zweifelt offen am deutsch-französischen Panzerprojekt MGCS. Frankreich plane massive Budgetkürzungen. Das Milliardenvorhaben droht zu scheitern.
Das geplante System kommt kaum voran. In zehn Jahren flossen lediglich 25 Millionen Euro in das Projekt. Ein finales Budget fehlt komplett. Die Folge: Rheinmetall forciert nun eine eigene Lösung. Gemeinsam mit KNDS Deutschland entwickelt der Konzern den Panzer „Leopard 3“. Dieses Modell soll bereits Anfang der 2030er Jahre rollen.
Teurer Ausbau belastet Cashflow
Diese strategische Unsicherheit trifft Rheinmetall mitten in einer teuren Expansionsphase. Der Konzern baut seine Kapazitäten massiv aus. Das drückte den freien Cashflow im ersten Quartal ins Minus. Das Management bleibt dennoch optimistisch. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent.
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage wider. Die Rheinmetall-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 1.196,60 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut 25 Prozent. Damit notiert das Papier weit entfernt von seinen alten Rekordständen.
Analysten bleiben bullisch
Marktbeobachter lassen sich von den politischen Querelen nicht beirren. Das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem aktuellen Niveau. Morningstar sieht den fairen Wert sogar bei 2.380 Euro. Institute wie Barclays und Jefferies raten weiterhin zum Kauf. Sie verweisen auf den hohen Auftragsbestand in Europa.
Charttechnisch rückt nun eine wichtige Marke in den Fokus. Die Aktie nähert sich dem bisherigen Jahrestief bei knapp 1.100 Euro. Fällt der Kurs unter diese Unterstützung, droht weiterer Verkaufsdruck in Richtung der offenen Kurslücke. Hält das Niveau, bietet sich Raum für eine technische Gegenbewegung.
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