Rheinmetall Aktie: Marine Corps bestellt Mission Master
Rheinmetall erweitert internationale Robotik-Kapazitäten, verbucht neue Militärprojekte und steht zugleich unter Druck am Aktienmarkt.

Kurz zusammengefasst
- Werkserweiterung in Québec gestartet
- US-Auftrag über sieben Millionen Dollar
- Artillerieproduktion bis 2027 vorgesehen
- Aktie seit Jahresbeginn 35 Prozent tiefer
Rheinmetall setzt neben Aufträgen für klassische Wehrtechnik verstärkt auf unbemannte Plattformen und den Ausbau seiner Auslandsstandorte. Am Donnerstag unterstrich Vorstandschef Armin Papperger die wachsende Bedeutung von Robotik in der Verteidigungsindustrie.
Gleichzeitig müssen vertragliche Verpflichtungen bei bestehenden Großprojekten eingehalten werden: Die Serienauslieferung des Flugabwehrsystems Skyranger muss laut Papperger vertragsgemäß im Jahr 2027 anlaufen.
Internationale Standorte rüsten für Robotik auf
Der Schwerpunkt auf automatisierte Lösungen schlägt sich in konkreten Baumaßnahmen nieder. Am Mittwoch begann Rheinmetall Canada mit dem Ausbau des Werks in Québec um 7.060 Quadratmeter. Die zusätzliche Fläche soll die Kapazitäten für landgestützte autonome Systeme gezielt stärken.
In den Vereinigten Staaten verzeichnet das Unternehmen ebenfalls Zuwächse bei unbemannten Landsystemen. Am 10. September erhielt American Rheinmetall einen Auftrag des U.S. Marine Corps über 7 Millionen US-Dollar für unbemannte Bodenfahrzeuge des Typs Mission Master SP.
Parallel dazu treibt der Konzern seine Aktivitäten im Vereinigten Königreich voran. Rheinmetall UK stellte am Mittwoch im Rahmen der Partnerschaft mit Mercedes-Benz UK die Fahrzeuge Timber Wolf und Silver Wolf für die britische Armee vor. Um die Testkapazitäten vor Ort zu erweitern, investiert Rheinmetall UK am Standort Telford zudem in eine neue Schwingungsprüfanlage.
Munitionsnachfrage und Marineaufträge sichern Auslastung
Fortlaufende Bestellungen im klassischen Rüstungsbereich sorgen weiterhin für gefüllte Auftragsbücher. Am 14. September meldete das Unternehmen einen Auftrag eines internationalen Kunden über Artilleriegeschosse des Kalibers 155 mm. Der Auftragswert für das fünfstellige Kontingent liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Produktion hat bereits begonnen und soll bis 2027 abgeschlossen werden.
Zur gleichen Zeit wurden maritime Vorhaben fortgeführt. Verteidigungsminister Boris Pistorius stellte am 14. September die Weichen für die Beschaffung eines vierten Flottendienstboots zur Signalaufklärung. Rheinmetall meldete am selben Tag die Kiellegung der dritten Einheit auf seiner Werft in Wolgast.
Zurückhaltung am Kapitalmarkt
Trotz des Auftragseingangs reagierten Analysten zuletzt vorsichtiger. Am 10. September setzte JPMorgan die Papiere von Rheinmetall Medienberichten zufolge auf eine Beobachtungsliste für negative Impulse („Negative Catalyst Watch“).
Am Aktienmarkt zeigte sich die Zurückhaltung der Investoren im Kursverlauf. Die Rheinmetall-Aktie schloss am Freitag bei 1.016,00 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Minus von 35 Prozent.
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