Rheinmetall Aktie: MGCS-Budget um mehr als Hälfte gekürzt
Rheinmetall-Chef Papperger stellt das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS infrage. Als Alternative treibt der Konzern den Leopard 3 voran.

Kurz zusammengefasst
- Zweifel an Zukunft des MGCS-Projekts
- Leopard 3 als Brückenlösung geplant
- Joint Venture für Satellitenkommunikation
- Aktienkurs seit Jahresbeginn stark gefallen
In der europäischen Rüstungspolitik droht ein schwerer Rückschlag. Rheinmetall-Chef Armin Papperger zweifelt offen an der Zukunft des deutsch-französischen Panzerprojekts MGCS. Frankreich erwägt massive Budgetkürzungen. Die Folge: Das Prestigeprojekt wackelt gewaltig.
Plan B für die Panzertruppe
Das gemeinsame System sollte den Leopard 2 und den französischen Leclerc ersetzen. Bisher flossen in fast zehn Jahren lediglich 25 Millionen Euro an die beteiligten Rüstungskonzerne. Papperger schließt einen Ausstieg Frankreichs nicht mehr aus. Paris plant offenbar, die Mittel um mehr als die Hälfte zusammenzustreichen.
Um eine technologische Lücke zu vermeiden, treibt Rheinmetall eine Alternative voran. Gemeinsam mit KNDS Deutschland entwickelt der Konzern den Leopard 3. Dieser Panzer soll bereits Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit sein. Er dient als wichtige Brückenlösung für die Bundeswehr.
Expansion in den Weltraum
Abseits der Panzerproduktion sucht das Unternehmen neue Märkte. Rheinmetall gründet mit dem Raumfahrtkonzern OHB ein Joint Venture in Bremen. Das Ziel: militärische Satellitenkommunikation. Die neue Gesellschaft fokussiert sich auf das Bundeswehr-Projekt SATCOMBw.
Das System soll Ende des Jahrzehnts mit hunderten Satelliten in erdnahen Umlaufbahnen operieren. Eine erste Flotte von 40 Satelliten peilen die Partner für 2029 an. Die offizielle Auftragsvergabe erwartet die Branche für den kommenden Jahreswechsel.
Aktie im Abwärtstrend
An der Börse spiegelt sich die operative Unsicherheit wider. Die Rheinmetall-Aktie beendete den Freitagshandel schwach bei 1.196,60 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 25 Prozent seines Wertes verloren. Der Abstand zum Rekordhoch beträgt mittlerweile 40 Prozent.
Technisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs notiert fast zehn Prozent unter der wichtigen 50-Tage-Linie. Die anstehenden Auftragsvergaben im Raumfahrtsektor und die finale Pariser Entscheidung über das MGCS-Budget definieren nun die nächsten charttechnischen Impulse.
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