Rheinmetall Aktie: Naval Systems wartet Zollflotte
Rheinmetalls Tochter betreut künftig vier LNG-Zollschiffe. Die Aktie gewann 2,1 Prozent, liegt seit Jahresbeginn jedoch 34 Prozent im Minus.
Kurz zusammengefasst
- Mehrjähriger Vertrag für vier Zollschiffe
- Wartung und technische Hilfe vereinbart
- Aktie steigt heute um 2,1 Prozent
- Seit Jahresbeginn 34 Prozent Kursminus
Rheinmetall baut seine Aktivitäten im maritimen Dienstleistungssektor weiter aus. Die Konzerntochter Rheinmetall Naval Systems sicherte sich einen mehrjährigen Rahmenvertrag mit der deutschen Generalzolldirektion.
Die Vereinbarung umfasst die planmäßige Wartung, Reparaturen sowie die technische Unterstützung und Notfallhilfe für vier LNG-betriebene Zollschiffe. An der Börse legten die Papiere des Rüstungs- und Technologiekonzerns heute um 2,1 Prozent auf 1.018,40 Euro zu.
Mehrjährige Betreuung der Zollflotte
Der neu vergebene Kontrakt betrifft vier Spezialschiffe aus Aluminium, die zur Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs in den deutschen Hoheitsgewässern sowie der ausschließlichen Wirtschaftszone eingesetzt werden. Konkret handelt es sich um eine 67-Meter-Einheit sowie drei 55-Meter-Schiffe. Letztere wurden auf der Peene-Werft am Standort Wolgast gebaut und im Vorjahr an die Behörde übergeben.
Die technischen Arbeiten und Serviceleistungen sollen direkt an den jeweiligen Liegeplätzen der Schiffe stattfinden. Als Einsatzstützpunkte fungieren hierbei Wilhelmshaven, Emden, Neustadt in Holstein und Lubmin.
Zu den finanziellen Einzelheiten des Rahmenvertrags machten die Vertragsparteien keine Angaben. Für Rheinmetall bedeutet der Auftrag eine langfristige Verstetigung von Serviceeinnahmen im Bereich der maritimen Überwachungstechnik abseits klassischer Wehrtechnik.
Papperger ordnet jüngste Kursschwäche ein
Parallel zur operativen Meldung äußerte sich Vorstandschef Armin Papperger in einem Interview mit dem Handelsblatt zur aktuellen Lage des Unternehmens. Mit Blick auf die Kursentwicklung der vergangenen Monate stufte er den Rückgang nach dem Scheitern bei den Bundeswehr-Fregatten sowie Belastungen durch einen negativen Cashflow als zyklische Schwankungen ein.
Kaum ein Unternehmen habe seine Marktkapitalisierung in den vergangenen Jahren um das 50-Fache gesteigert. Als zentrale Aufgabe formulierte Papperger die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der deutschen Streitkräfte bis 2029.
Auch aus der Bundespolitik kamen am Mittwoch Signale zur Beschaffungsstrategie. Nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses verteidigte Verteidigungsminister Boris Pistorius geplante Rüstungsprojekte gegen Vorwürfe veralteter Technologie.
Moderne Landsysteme wie der Leopard 2 A8 seien hochentwickelt, zugleich sollten Künstliche Intelligenz sowie unbemannte Systeme zu Lande, zu Wasser und in der Luft künftig eine zentrale Rolle bei Vergaben spielen.
Aktie ringt um Bodenbildung
Mit dem heutigen Kursplus von 2,1 Prozent setzt das Papier seine Stabilisierungsbemühungen nach einem schwierigen Börsenjahr fort. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel ein Minus von 34 Prozent, belastet von Verzögerungen bei Großprojekten und zwischenzeitlichen Mittelabflüssen.
Langfristige Betreuungsverträge wie jener für die Zollschiffe stärken das Grundrauschen im margenstarken Servicegeschäft. Entscheidend für den weiteren Kursverlauf bleibt jedoch, wie schnell Rheinmetall die angekündigten Auslieferungen an die Streitkräfte abwickeln und den Cashflow nachhaltig stabilisieren kann.
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