Rheinmetall Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 926,00 Euro
Der Verlust des Fregattenauftrags F126 an TKMS stürzt die Rheinmetall-Aktie auf ein 52-Wochen-Tief. Analysten senken Kursziele, sehen aber Überreaktion.

Kurz zusammengefasst
- Fregattenauftrag an Konkurrenten TKMS verloren
- Aktie stürzt auf neues 52-Wochen-Tief
- Analysten senken Kursziele drastisch
- Insider-Kauf signalisiert mögliche Unterbewertung
Fast 19 Prozent Kursverlust an einem einzigen Tag. Der Stopp des Fregattenprogramms F126 durch das Bundesverteidigungsministerium hat Rheinmetall am Mittwoch brutal erwischt — und die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief gedrückt.
Auftrag verloren, Milliarden vernichtet
Berlin entschied sich gegen Rheinmetall und für den Bau von acht MEKO-Schiffen durch den Wettbewerber TKMS. Das entgangene Auftragsvolumen wird auf rund 12 Milliarden Euro geschätzt. Die Marktreaktion war heftig: Die Marktkapitalisierung sank am Mittwoch um über 10 Milliarden Euro — mehr als der operative Verlust durch den Fregatten-Stopp rechtfertigt.
Heute notiert die Aktie bei 939,70 Euro, ein leichtes Minus von 0,57 Prozent. Das neue 52-Wochen-Tief liegt bei 926,00 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 41,32 Prozent.
Analysten korrigieren massiv nach unten
Jefferies-Analystin Chloe Lemarie senkte ihr Kursziel von 1.890 auf 1.300 Euro. Ihre Begründung: Der Kursrückgang übersteige den realen Ertragsschaden bei weitem. Die Kaufempfehlung behält sie dennoch.
Die DZ Bank zog nach. Analyst Holger Schmidt reduzierte seinen fairen Wert von 2.188 auf 1.705 Euro — ebenfalls mit der Einschätzung, dass der Kurssturz den Barwert des verlorenen Projekts übersteigt. Auch er bleibt bei „Kaufen“.
Der RSI liegt bei 23,7 — ein klares Überverkauft-Signal auf 14-Tage-Basis.
Insider kauft gegen den Trend
Inmitten der Verkaufswelle gab es ein ungewöhnliches Gegensignal. Dr. Jutta Roosen-Grillo, die in enger Beziehung zu Aufsichtsratsmitglied Ulrich Grillo steht, kaufte am 24. Juni Rheinmetall-Aktien über Xetra. Volumen: rund 42.800 Euro zu einem Durchschnittspreis von 951,20 Euro je Aktie. Marktbeobachter werten solche Käufe als Hinweis, dass das Umfeld der Konzernführung das aktuelle Kursniveau für unterbewertet hält.
Das operative Geschäft jenseits des Marinebereichs läuft weiter. Erst kürzlich spezifizierte Rheinmetall einen Großauftrag aus Rumänien über 5,7 Milliarden Euro — für Skyranger-Flugabwehrsysteme und Lynx-Gefechtsfahrzeuge. Die Pipeline ist also nicht leer. Der Kurs muss es nur noch zeigen.
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