Rheinmetall Aktie: Papperger kauft für 5,0 Millionen Euro

Rheinmetall vermeldet Milliardenaufträge, doch die Aktie bleibt schwach. Insider-Käufe signalisieren Vertrauen, während das F126-Programm belastet.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung der Rüstungsindustrie, die Stärke und strategische Investitionen symbolisiert, mit einem Gefühl von Marktzuversicht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Milliardenauftrag für digitalisierte Gefechtsausbildung
  • Erste Munitionslieferung an die Ukraine
  • Zwei Führungskräfte kaufen eigene Aktien
  • Fregattenprogramm F126 belastet weiterhin

Trotzdem kommt die Aktie nicht aus ihrer Talsohle heraus. Zum Wochenschluss notierte das Papier bei 978,00 Euro, ein Plus von 1,85 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Jahressicht steht dennoch ein Minus von 37,03 Prozent zu Buche – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark die Bewertung des Rüstungskonzerns seit Jahresbeginn zurückgegangen ist.

Großauftrag aus Großbritannien als jüngster Meilenstein

Kern der aktuellen Nachrichtenlage ist ein Großauftrag über knapp 1,0 Milliarden Euro. Rheinmetall ist Teil des von Raytheon UK geführten „Omnia-Training“-Konsortiums, das die Gefechtsausbildung der britischen Armee digitalisieren soll. Der Dienstleistungsvertrag läuft über 15 Jahre, der operative Start ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Es ist einer der größten Einzelaufträge, die der Konzern in den vergangenen Wochen vermelden konnte.

Kurz zuvor hatte Rheinmetall die BAAINBw-Tochter Rheinmetall MAN Military Vehicles mit der Gesamtverantwortung für das Forschungsprojekt „InterRoC VII“ betraut. Das Projekt zielt auf die Automatisierung herstellerübergreifender militärischer Logistikkonvois ab. Ergänzend dazu haben Rheinmetall und Space Norway ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um gemeinsam C-Band-SAR-Satellitentechnologie für die maritime Überwachung zu entwickeln – ein weiterer Baustein im Ausbau des Portfolios im Bereich weltraumgestützter Aufklärung.

Munitionslieferung an die Ukraine angelaufen

Parallel zu den neuen Kooperationen ist im neuen Werk Unterlüß die erste Auslieferung von 155-Millimeter-Artilleriemunition an die Ukraine erfolgt. Die aktuelle Lieferung umfasst eine niedrige fünfstellige Stückzahl, der Gesamtauftrag soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Damit nimmt eines der zentralen Kapazitätsprojekte des Konzerns konkrete Form an.

Weitere Aufträge reihen sich in den vergangenen Wochen ein: Die kuwaitischen Seestreitkräfte orderten MASS-Täuschkörperwerfer zur maritimen Selbstverteidigung für acht Schiffe, Lieferzeitraum bis zum zweiten Quartal 2029. Ein neuer internationaler Kunde bestellte erstmals vier Skynex-Flugabwehrsysteme samt Lkw und Munition im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Zudem treiben Rheinmetall und Lockheed Martin die erste europäische Co-Produktion des Raketensystems ATACMS am Standort Unterlüß voran, unterstützt von der US-Regierung und der Bundesregierung.

Insider kaufen zu – Belastungsfaktor F126 bleibt

Auffällig ist, dass gleich zwei Führungspersonen des Konzerns Anfang Juli eigene Aktien nachgekauft haben. Vorstandsvorsitzender Armin Papperger erwarb über die verbundene ATP Holding GmbH Aktien im Wert von rund 5,0 Millionen Euro zu einem Durchschnittskurs von etwa 953 Euro. Aufsichtsratsmitglied Andreas Arthur Georgi kaufte über die Georgi Vermögensverwaltungs GmbH Anteile im Gesamtwert von 47.665 Euro. Solche Insider-Käufe werden am Markt häufig als Vertrauenssignal gewertet, auch wenn sie das Kursbild bislang nicht spürbar gedreht haben.

Belastet wird die Aktie weiterhin von den Berichten über die Streichung beziehungsweise erhebliche Verschiebung des Fregattenprogramms F126 durch die Bundesregierung, die die Marinesparte des Konzerns treffen. Das geschätzte Umsatzrisiko für Rheinmetall liegt dabei bei bis zu 300 Millionen Euro. Diese Unsicherheit dürfte mit dazu beigetragen haben, dass die Aktie trotz der Auftragsflut der vergangenen Wochen nicht aus ihrer Schwächephase herausgefunden hat.

Blick auf die technische Lage und den Kalender

Der Kurs bewegt sich derzeit rund 13,49 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und liegt damit deutlich unter seinen mittelfristigen Referenzlinien. Zum 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro, das Ende Juni markiert wurde, besteht noch ein gewisser Puffer. Anleger richten den Blick nun auf den 6. August 2026, wenn Rheinmetall den Bericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026 veröffentlicht. Dort dürfte sich zeigen, wie stark sich die jüngste Auftragsserie bereits in den Zahlen niederschlägt und ob die Sorgen rund um das Marineprogramm die Erwartungen weiter belasten. Am 1. September 2026 ist zudem eine Teilnahme am Berenberg Stockholm Seminar vorgesehen, die weitere Impulse liefern könnte.

Anzeige

Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 24. September liefert die Antwort:

Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Rheinmetall Aktie

1.021,80 EUR

+ 26,70 EUR +2,68 %
KGV 38,25
KUV 4,16
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,13 %
Marktkapitalisierung 47,63 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.641,29 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

Community Forum zu Rheinmetall

Ähnliche Artikel

Siemens Energy Aktie: Indien-Abspaltung hievt Nettogewinn

Siemens Energy Aktie: Indien-Abspaltung hievt Nettogewinn

Turnaround ·
NASDAQ 100: Renditesprung stoppt Rekordlauf

NASDAQ 100: Renditesprung stoppt Rekordlauf

Nasdaq ·
Meta Aktie: Datenschutz-Ärger um Muse

Meta Aktie: Datenschutz-Ärger um Muse

Nasdaq ·
On Holding Aktie: Needham hebt Kursziel an

On Holding Aktie: Needham hebt Kursziel an

Konsum & Luxus ·
Partners Group Aktie: Geschäftserträge sinken um 7 Prozent

Partners Group Aktie: Geschäftserträge sinken um 7 Prozent

Earnings ·

Weitere Artikel zu Rheinmetall

Alle Artikel anzeigen
Rheinmetall Aktie: Naval Systems wartet Zollflotte

Rheinmetall Aktie: Naval Systems wartet Zollflotte

Industrie ·
Rheinmetall Aktie: Wartungsauftrag für LNG-Zollschiffe

Rheinmetall Aktie: Wartungsauftrag für LNG-Zollschiffe

Industrie ·
Rheinmetall Aktie: BofA erwartet Arminius-Auftrag zum Jahresende

Rheinmetall Aktie: BofA erwartet Arminius-Auftrag zum Jahresende

Rüstung & Luftfahrt ·
Rekordaufträge, schwache Kurse: Das Paradox von Rüstung und Chips

Rekordaufträge, schwache Kurse: Das Paradox von Rüstung und Chips

Rüstung & Luftfahrt ·
Rheinmetall Aktie: Fertigung für Großauftrag angelaufen

Rheinmetall Aktie: Fertigung für Großauftrag angelaufen

Industrie ·