Rheinmetall Aktie: Papperger kritisiert deutsche Rüstungspolitik

Rheinmetall-Chef Papperger fordert mehr Tempo und verbindliche Verträge von der Politik. Trotz milliardenschwerer Aufträge bremst die Bürokratie den Konzern.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte, atmosphärische Darstellung der Rüstungsindustrie mit kritischer und unsicherer Stimmung, die bevorstehende Herausforderungen andeutet. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Papperger kritisiert fehlende Verträge
  • Großaufträge aus Marokko und international
  • Aktie erholt sich von Jahrestief
  • Munitionsproduktion auf eine Million Schuss gesteigert

Armin Papperger wählt deutliche Worte. Der Rheinmetall-Chef kritisierte auf dem WELT-Sicherheitsgipfel am 2. Juli 2026 in Berlin die deutsche Rüstungspolitik scharf. Er fordert mehr Tempo und verbindliche Verträge für die Branche. Bekannt wurde die Kritik am 5. Juli 2026.

Kritik an früheren Regierungen

Papperger nimmt vor allem die Ära Merkel ins Visier. Frühere Bundesregierungen hätten der Rüstungsindustrie signalisiert, dass ihre Dienste im Ernstfall nicht gebraucht würden. Stattdessen habe man auf amerikanische Hilfe gesetzt. Diese Abhängigkeit sei damals politisch gewollt gewesen, so Papperger.

Für den Rheinmetall-Chef ist „Geschwindigkeit der entscheidende Punkt“. Er verweist auf die Ukraine. Dort setzen Streitkräfte neue Waffensysteme in kurzer Zeit ein. Deutschland braucht von der Entwicklung bis zur Einsatzreife deutlich länger.

Auch im eigenen Haus sieht Papperger Handlungsbedarf. Rheinmetall müsse stärker verinnerlichen, wie schnell gehandelt werden muss. Die Unternehmensspitze soll dafür klarere Vorgaben setzen.

Bei der Munition hat der Konzern bereits kräftig aufgestockt. Rheinmetall produziert mittlerweile jährlich eine Million Schuss. Trotzdem bremst aus Pappergers Sicht die vertragliche Basis mit dem Staat weiteres Wachstum.

Neue Aufträge trotz politischer Kritik

Die Kritik fällt in eine Phase voller Auftragserfolge. Anfang Juli 2026 sicherte sich Rheinmetall einen Großauftrag aus Marokko. Das Königreich bestellt sieben hochmobile Feldhospitäler im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Auslieferung ist für 2027 und 2028 geplant.

Die Technik dahinter stammt aus Lösungen, die Rheinmetall bereits für die Ukraine entwickelt hat. Hinzu kommt ein zweiter Großauftrag: Ein internationaler Kunde erhält vier Skynex-Flugabwehrsysteme. Der Auftragswert liegt im Bereich mehrerer hundert Millionen Euro und umfasst Fahrzeuge, Munition sowie Logistik. Die Abwicklung soll innerhalb von 39 Monaten erfolgen.

Aktienkurs zwischen Erholung und Rückschlag

Die Aktie schloss am Freitag bei 1.097,00 Euro. Binnen sieben Tagen legte der Kurs um 12,80 Prozent zu, auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von 7,82 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Rückgang auf 31,50 Prozent.

Zum 52-Wochen-Hoch von 1.995,00 Euro vom 29. September 2025 klafft weiterhin eine Lücke von 45,01 Prozent. Zum Tief von 902,50 Euro, erreicht am 25. Juni 2026, beträgt der Abstand dagegen 21,55 Prozent. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.538,88 Euro, die Aktie notiert damit rund 28,71 Prozent darunter.

Die Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 69,10 Prozent annualisiert. Das zeigt: Der Titel bleibt trotz voller Auftragsbücher ein Nervenkitzel für Anleger.

Papperger macht klar, woran es aus seiner Sicht hakt: nicht an der Nachfrage, sondern an Tempo und Vertragsgestaltung der öffentlichen Hand. Ob Berlin darauf reagiert, entscheidet mit über die Geschwindigkeit, mit der Rheinmetall seine vollen Auftragsbücher in Umsatz umsetzen kann.

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Rheinmetall Aktie

949,10 EUR

– 55,50 EUR -5,52 %
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KUV 3,82
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,15 %
Marktkapitalisierung 44,24 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.552,24 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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