Rheinmetall Aktie: Papperger peilt 100 Milliarden Auftragsbestand an
Rheinmetall steigert sich im zweiten Quartal um 70 Prozent, doch die Aktie verliert deutlich. Der Auftragsbestand bleibt zentraler Wachstumstreiber.

Kurz zusammengefasst
- 70 Prozent Zuwachs im zweiten Quartal
- Auftragsbestand soll über 100 Milliarden Euro erreichen
- Aktie 43 Prozent unter Jahreshoch
- Kleinere Zulieferer verlieren den Anschluss
Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat am Wochenende deutlich gemacht, wie er den eigenen Konzern gegenüber kleineren Rüstungsfirmen positioniert. In einem Gespräch spottete er über sogenannte „Micky-Mouse-Companies“ der Branche und stellte dem die eigene Wachstumsdynamik gegenüber: Im zweiten Quartal habe Rheinmetall um 70 Prozent zugelegt. Für 2026 rechnet der Konzern mit Aufträgen von rund 8 Milliarden Euro, ein Fünftel davon soll auf Nordrhein-Westfalen entfallen.
Papperger nutzte den Auftritt zugleich für Kritik an der Europapolitik von Bundeskanzler Friedrich Merz und warnte, Russland rüste sich für das Jahr 2029. Diese Zeitmarke ist für die Rüstungsbranche zum Referenzpunkt geworden – auch Rheinmetall selbst richtet seine Kapazitätsplanung daran aus.
Auftragsbestand als Wachstumstreiber
Konzernweit peilt Rheinmetall für 2026 einen Auftragsbestand von mehr als 100 Milliarden Euro an. Damit würde sich die Visibilität für die kommenden Jahre weiter verbessern – ein Wert, der auch Zulieferer und kleinere Wettbewerber der Rüstungsindustrie mitziehen könnte, wie es in Marktkommentaren zum Wochenende hieß. Rheinmetall beschäftigt aktuell 34.000 Mitarbeiter im Verteidigungsbereich und stützt sich auf ein Netzwerk von 11.500 Zulieferern.
Der Rückgriff auf Papperger als Gallionsfigur ist kein Zufall: Seine Aussagen zur Auftragslage fallen in eine Phase, in der Anleger die Bewertung von Rüstungstiteln kritisch hinterfragen.
Nach dem starken Kurslauf der vergangenen Jahre ist die Aktie zuletzt unter Druck geraten und notiert rund 43 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.007 Euro, das Anfang Oktober erreicht wurde. Der jüngste Handelstag brachte einen weiteren Rücksetzer: Am Freitag schloss das Papier bei 1.152,40 Euro, ein Minus von 2,1 Prozent.
Bewertung bleibt im Fokus
Trotz des Rücksetzers seit Jahresbeginn – die Aktie liegt rund 26 Prozent im Minus – bleibt Rheinmetall mit einer Marktkapitalisierung von knapp 53,7 Milliarden Euro einer der Schwergewichte im europäischen Rüstungssektor.
Die Diskrepanz zwischen operativem Wachstum und Kursentwicklung dürfte Anleger in den kommenden Wochen weiter beschäftigen, zumal Papperger mit markigen Aussagen und ambitionierten Zielen den Wachstumsanspruch des Konzerns unterstreicht.
Für die Branche insgesamt zeichnet sich unterdessen ein differenzierteres Bild ab: Während Rheinmetall und der U-Boot-Bauer TKMS von prall gefüllten Auftragsbüchern profitieren – TKMS kommt nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf einen Auftragsbestand von 20,1 Milliarden Euro, plus 6,3 Milliarden Euro für vier Fregatten –, tut sich die zweite Reihe der Zulieferer schwerer, im selben Tempo mitzuhalten.
Rheinmetalls Positionierung als Platzhirsch, wie sie Papperger mit seiner Kritik an kleineren Wettbewerbern unterstrich, spiegelt diesen Auseinanderdriftung der Branche wider.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 30. August liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...