Rheinmetall Aktie: Podszun warnt vor Marktmacht
Ein Kartellexperte sieht Rheinmetall auf dem Weg zum Rüstungsmonopolisten und warnt vor staatlichen Abhängigkeiten.

Kurz zusammengefasst
- Kartellrechtler warnt vor Marktmacht
- Rheinmetall wächst rasant in neue Bereiche
- Bundeswehr fehlen Alternativen bei Munition
- Aktie zeigt leichte Erholungstendenz
Ein führender Kartellexperte schlägt Alarm. Rheinmetall drohe, sich zu einer Art „Google der Rüstungswirtschaft“ zu entwickeln – mit weitreichenden Folgen für den Staat als Kunden.
Rupprecht Podszun, Jura-Professor und Mitglied der Monopolkommission, sieht den Düsseldorfer Konzern auf einem gefährlichen Expansionskurs. Die seit der Zeitenwende 2022 beschleunigte Sonderkonjunktur bringe Rheinmetall in eine Schlüsselposition, die sich über Jahre auszahlen könne. Die Kehrseite: weitreichende Abhängigkeiten des Staates. Unternehmen mit solcher Marktmacht ließen sich künftig nur schwer regulieren, warnt Podszun im Wirtschaftsmagazin Capital.
Drastische Expansion
Tatsächlich wächst Rheinmetall rasant. Der Jahresumsatz stieg 2025 um 29 Prozent auf knapp 10 Milliarden Euro. Unter CEO Armin Papperger dringt der Konzern systematisch in neue Bereiche vor – Drohnenbau, Satelliten.
Anfang 2026 kam die Übernahme der Bremer Marinewerft NVL hinzu. Das Ziel bis 2030: bis zu 50 Milliarden Euro Umsatz.
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Bundeswehr ohne Alternative
Besonders kritisch: In bestimmten Segmenten fehlt der Bundeswehr jede echte Beschaffungsalternative. Das gilt vor allem bei hochentwickelter Artilleriemunition mit elektronischer Zündung. Aus Branchenkreisen heißt es, diese Alternativlosigkeit gehe bereits mit spürbarer Preisdynamik einher.
Aktie stabilisiert sich
Nach einer ausgeprägten Schwächephase zeigt die Rheinmetall-Aktie Stabilisierungstendenzen. Am Freitag legte sie um 1,45 Prozent auf 1.234 Euro zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von rund 20 Prozent – verursacht durch Gewinnmitnahmen und gestiegene Risikobewertungen.
Die Kartellwarnung sendet ein politisches Signal. Wie die Bundesregierung reagiert – ob sie die Abhängigkeit hinnimmt oder neue Wettbewerber fördert – wird die künftige Marktstellung des Konzerns mitbestimmen.
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