Rheinmetall Aktie: Power Systems am 3. Juni verkauft
Rheinmetall verkauft seine zivile Autozuliefersparte Power Systems an Aequita und fokussiert sich künftig ganz auf das Rüstungsgeschäft.

Kurz zusammengefasst
- Verkauf von Power Systems an Aequita
- Kaufpreis liegt bei rund 350 Millionen Euro
- Fokus auf Verteidigungsgeschäft verstärkt
- Aktie notiert mit leichten Verlusten
Rheinmetall macht den Schnitt, den der Konzern seit Jahren vorbereitet hat. Der Rüstungskonzern verkauft seine Automotive-Sparte Power Systems an Aequita. Damit verschwindet das verbliebene zivile Kerngeschäft aus dem Portfolio. Die Rheinmetall-Story wird einfacher, aber nicht automatisch risikoloser.
Ausstieg aus dem Autogeschäft
Rheinmetall hat den Kaufvertrag am 3. Juni 2026 unterzeichnet. Der vorläufige Kaufpreis liegt bei rund 350 Millionen Euro. Das Closing peilt der Konzern für das vierte Quartal 2026 an, sofern die Behörden zustimmen.
Der Verkauf umfasst etwa 6.250 Mitarbeiter weltweit. Zu Power Systems gehören Marken wie Pierburg und Kolbenschmidt. Die Sparte erzielte im Geschäftsjahr 2025 rund 2 Milliarden Euro Umsatz.
Zum Vergleich: Die fortgeführten Geschäftsbereiche kamen auf 9,935 Milliarden Euro. Rheinmetall weist Power Systems bereits als nicht fortgeführte Aktivität aus. Konzernchef Armin Papperger nennt den Schritt „firmenhistorisch bedeutend“.
Bilanzlasten, aber mehr Fokus
Ganz sauber geht der Ausstieg nicht durch die Bilanz. Rheinmetall kündigt eine zusätzliche nicht zahlungswirksame Wertberichtigung von rund 200 Millionen Euro an. Zuvor hatte der Konzern bereits 350 Millionen Euro abgeschrieben.
Strategisch ist der Schritt klar. Das zivile Geschäft kämpfte mit niedrigen Margen und dem Druck der Autoindustrie. Rheinmetall will Kapital und Management-Aufmerksamkeit stärker ins Verteidigungsgeschäft lenken.
Dort läuft der Auftragseingang weiter stark. Zuletzt kamen unter anderem Aufträge aus Rumänien im Wert von 5,7 Milliarden Euro hinzu. Die Bundeswehr bestellte außerdem Militär-Lastwagen für mehr als eine Milliarde Euro.
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Standorte werden neu geordnet
Nicht alles wandert sofort zu Aequita. Drei Standorte der KS Huayu AluTech bleiben vorerst als Joint Venture im Rheinmetall-Portfolio. Rheinmetall führt Neckarsulm, Walldürn und Langenhagen intern ebenfalls als nicht fortgeführte Aktivitäten.
Das Werk in Neuss bekommt eine neue Rolle. Dort will Rheinmetall künftig Satelliten und weitere Rüstungsgüter produzieren. Das zeigt, wie weit der Umbau inzwischen reicht.
Für die Beschäftigten gibt es eine Übergangslösung. Die IG Metall sicherte Beschäftigung und Standorte für drei Jahre ab. Aequita will alle Mitarbeiter der verkauften Einheiten übernehmen.
Aktie bleibt unter Druck
Die Aktie notiert am Donnerstag bei 1.186,00 Euro und verliert 0,35 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 25,94 Prozent.
Auch technisch bleibt der Trend angeschlagen: Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 26,93 Prozent, der RSI liegt bei 39,1.
Der Verkauf nimmt Komplexität aus dem Konzern. Er löst aber nicht sofort das Kursproblem. Bis zum angestrebten Closing im vierten Quartal 2026 bleiben behördliche Freigaben und die Umsetzung an den Standorten die nächsten konkreten Prüfsteine.
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