Rheinmetall Aktie: Produktionsziel verdoppelt

Der Rüstungskonzern Rheinmetall plant, die jährliche Fertigungskapazität für seine Skynex- und Skyranger-Systeme bis 2027 auf 400 Einheiten zu verdoppeln. Dies ist eine Reaktion auf die hohe Nachfrage nach kosteneffizienter Luftabwehr.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Jährliche Produktion von 400 Luftabwehrsystemen bis 2027
  • Kosteneffiziente Abwehr von Drohnen mit 35-mm-Munition
  • Umsatzwachstum von bis zu 45 Prozent für 2026 angestrebt
  • Massiver Ausbau der Munitionsfertigung auf 1,1 Millionen Granaten

Die Abwehr einer 20.000-Dollar-Drohne mit einer Millionen-Dollar-Rakete treibt europäische Verteidigungsbudgets an ihre Grenzen. Diese asymmetrische Kriegsführung zwingt Armeen zum Umdenken. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall reagiert auf diesen Paradigmenwechsel mit einer aggressiven Skalierung seiner kanonenbasierten Luftabwehrsysteme. Bis 2027 soll der Output ein völlig neues Niveau erreichen.

In einer aktuellen Investorenpräsentation skizzierte das Management die konkreten Pläne: Bis 2027 will das Unternehmen jährlich bis zu 400 Einheiten der Systemfamilien Skynex und Skyranger fertigen. Das entspricht rund acht Systemen pro Woche und einer effektiven Verdopplung der noch im September 2025 gemeldeten Kapazitäten. Die Fertigung wird dabei strategisch auf drei europäische Standorte verteilt. Die Schweizer Produktionslinie startet bereits im ersten Quartal 2026 mit neuen Kapazitäten, Italien und Deutschland folgen im Jahresverlauf.

Kostenfaktor als entscheidender Treiber

Der enorme Bedarf an diesen Systemen resultiert direkt aus den Einsatzerfahrungen in der Ukraine. Während raketenbasierte Abfangsysteme pro Schuss oft zwischen 500.000 und drei Millionen Dollar verschlingen, erfordert die Neutralisierung einer feindlichen Drohne mit Rheinmetalls 35-Millimeter-Munition lediglich einen Materialeinsatz von etwa 5.000 Dollar. Diese Kosteneffizienz macht die Plattformen für europäische Regierungen hochattraktiv.

Entsprechend füllen sich die Auftragsbücher des Konzerns rasant, auch wenn eine Batterie aus vier Einheiten rund 60 Millionen Euro kostet. Der aktuelle Beschaffungsstand in Europa zeigt ein klares Bild:

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  • Deutschland und Niederlande: Feste Bestellungen für das Skyranger-30-System, wobei das niederländische Volumen knapp unter einer Milliarde Euro liegt.
  • Schweiz und Belgien: Konkrete Evaluierungs- und Beschaffungsphasen für nationale Verteidigungssysteme.
  • Bundeswehr: Langfristiger Bedarf von insgesamt 500 bis 600 Systemen angemeldet.

Munitionsausbau stützt Umsatzziele

Flankiert wird die Hardware-Produktion von einem massiven Ausbau der Munitionsfertigung. Das Ziel liegt bei 1,1 Millionen 155-Millimeter-Granaten bis 2027 – mehr als das Zehnfache des Vorkriegsniveaus. Das Berliner Werk soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 vollständig in Betrieb gehen und vorrangig mechanische Komponenten beisteuern.

Diese Kapazitätsausweitung über alle Segmente hinweg untermauert die ambitionierten Finanzziele des Vorstands. Für das laufende Jahr 2026 peilt Rheinmetall ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf bis zu 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von rund 19 Prozent an.

Der Auftragsbestand, der sich in diesem Jahr auf 135 Milliarden Euro verdoppeln soll, bietet eine verlässliche Basis für die mittelfristige Geschäftsentwicklung. Konkrete Einblicke in die Margenentwicklung der neu anlaufenden Kapazitäten liefert die anstehende Präsentation der Quartalszahlen am 7. Mai.

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Rheinmetall Aktie

1.570,50 EUR

– 11,00 EUR -0,70 %
KGV 70,99
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,79 %
Marktkapitalisierung 73,00 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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