Rheinmetall Aktie: Prognose auf 13,7 Milliarden gesenkt
Rheinmetall-Chef Papperger setzt Arbeit trotz Sicherheitsbedrohung fort. Konzern senkt Jahresprognose nach F126-Storno, meldet aber starke Halbjahreszahlen.

Kurz zusammengefasst
- Papperger trotzt Sicherheitsgefahren
- Umsatzprognose nach F126-Storno gesenkt
- Halbjahresumsatz steigt um 39 Prozent
- US-Army-Auftrag für autonome Logistik
Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger lässt sich von Sicherheitsbedrohungen nicht von seiner Arbeit abbringen. Gegenüber der dpa erklärte er am heutigen Sonntag, dass er seine Tätigkeit trotz massiver Gefährdungslage und mutmaßlicher russischer Anschlagspläne unvermindert fortsetze. Ein Rückzug sei für ihn keine Option, so Papperger. Die Aussage fällt in eine Phase, in der der Rüstungskonzern operativ auf Rekordkurs liegt, zugleich aber mit einem empfindlichen Prognoseeinschnitt zu kämpfen hat.
Milliardenauftrag storniert, Prognose gesenkt
Am vergangenen Donnerstag hatte Rheinmetall seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gesenkt, nachdem zuvor eine Spanne von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro gegolten hatte. Grund ist die Stornierung des milliardenschweren Fregattenprojekts F126 durch die Bundesrepublik Deutschland, die den Marinebereich des Konzerns mit rund 300 Millionen Euro belastet. Am selben Tag hatte Rheinmetall seinen Halbjahresbericht vorgelegt: Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr um 39 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, das operative Ergebnis kletterte um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro bei einer operativen Marge von 15,0 Prozent. Der Auftragsbestand erreichte zum 30. Juni mit 16,2 Milliarden Euro einen Rekordwert. Die Division Vehicle Systems trug mit einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro und einem Plus von 28 Prozent maßgeblich dazu bei, getragen von Großaufträgen der rumänischen Streitkräfte für 298 Lynx-Schützenpanzer und einem zweiten Los von 200 Puma-Schützenpanzern für die Bundeswehr.
Der Kontrast zwischen operativer Stärke und dem F126-Rückschlag prägt aktuell das Bild des Konzerns. Anleger müssen die Marinesparte künftig differenzierter betrachten als das übrige, weiter wachsende Landsystem- und Munitionsgeschäft. Erst am vergangenen Dienstag hatte Rheinmetall mit der „GMF 140“ eine neue Fregattengeneration mit mehr als 6.000 Tonnen Verdrängung vorgestellt, die vor allem für den nordamerikanischen Markt und NATO-Partner gedacht ist – die Aktie gab seither um 4,9 Prozent nach.
US-Geschäft wächst über Logistikauftrag
Auch jenseits des Atlantiks expandiert der Konzern. Die US-Tochter American Rheinmetall erhielt Ende Juli von der US Army einen Auftrag im Rahmen des „Project Sustainment“ zur Weiterentwicklung autonomer Logistikfähigkeiten, umgesetzt gemeinsam mit dem Partner Harbinger. Der Auftrag reiht sich in eine Reihe von Schritten ein, mit denen Rheinmetall seine Präsenz in den USA und bei der NATO ausbaut – nachdem der Konzern Anfang Juni den Verkauf seines zivilen Automotive-Geschäfts final abgeschlossen hatte, um sich künftig als reines Systemhaus für Sicherheit und Verteidigung zu positionieren.
Analysten und Kursbild
Die Deutsche Bank bestätigte am Freitag ihre Einstufung für Rheinmetall auf „Buy“. Am Kapitalmarkt zeigt sich die Aktie zuletzt uneinheitlich: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 1.145,40 Euro, ein Rückgang von 0,40 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 7,71 Prozent, während die Aktie seit Jahresbeginn um 26,22 Prozent nachgibt. Der nächste wichtige Termin für Anleger ist der 5. November, wenn Rheinmetall seine Quartalszahlen zum dritten Quartal 2026 veröffentlicht.
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