Historische Zahlen, eine Dividende auf neuem Allzeithoch — und trotzdem ein offenes Kapitel. Rheinmetall hat 2025 mit einem Umsatz von knapp 10 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von 1,84 Milliarden Euro die stärksten Resultate der Unternehmensgeschichte vorgelegt. Allerdings bewegten sich beide Kennzahlen am unteren Ende der eigenen Prognose — was erklärt, warum der Markt die Zahlen verhalten aufnahm. Die Aktie notiert aktuell rund acht Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts.
Dividende steigt, Bilanz dreht ins Positive
Was Aktionäre dennoch freuen dürfte: Die vorgeschlagene Dividende für 2025 springt von 8,10 auf 11,50 Euro je Aktie — eine deutliche Erhöhung, über die die Hauptversammlung am 12. Mai abstimmt. Gleichzeitig vollzog die Bilanz eine bemerkenswerte Wende: Aus 1,29 Milliarden Euro Nettoschulden Ende 2024 wurden bis Jahresende 2025 rund 369 Millionen Euro Netto-Finanzüberschuss. Der freie Cashflow legte auf 1,22 Milliarden Euro zu, getrieben durch höhere Vorauszahlungen von Kunden.
Power Systems: Das letzte ungelöste Problem
Der strategische Wermutstropfen bleibt der stockende Verkauf der zivilen Sparte Power Systems. Ursprünglich sollte der Vertrag noch vor Ostern unterzeichnet werden — nun peilt das Management frühestens das dritte Quartal 2026 an. Die Sparte mit knapp 8.000 Beschäftigten erwirtschaftet zwar rund zwei Milliarden Euro Umsatz, kommt aber nur auf eine operative Marge von 4,2 Prozent. Zum Vergleich: Das Rüstungsgeschäft arbeitet mit 18,5 Prozent. Ein konkreter Käufer ist öffentlich noch nicht bekannt.
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Solange der Abschluss aussteht, bleibt Rheinmetall formal ein Mischkonzern — trotz der zum 1. Januar 2026 vollzogenen Neustrukturierung in fünf rein militärische Divisionen: Vehicle Systems, Weapon & Ammunition, Air Defence, Digital Systems und Naval Systems. Mit der Übernahme des Marineschiffbauers NVL und einem Satelliten-Joint-Venture dehnt der Konzern seine Präsenz nun auch auf maritime und Weltraum-Domänen aus.
Wachstumsziele bleiben ambitioniert
Für 2026 erwartet Rheinmetall ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro bei einer Marge von rund 19 Prozent. Das Auftragspolster wuchs um 36 Prozent auf 63,8 Milliarden Euro — bis Ende 2026 soll es sich auf 135 Milliarden Euro verdoppeln. Treiber sind europäische Aufrüstungsprogramme, die neue Marinesparte und Deutschlands laufende Beschaffungsinitiative. Langfristig steht die Zahl von 50 Milliarden Euro Umsatz bis 2030 im Raum.
Am 7. Mai 2026 legt Rheinmetall die Zahlen für das erste Quartal vor — dann wird erstmals sichtbar, wie die Integration der Marinesparte im laufenden Betrieb läuft. Ob der Power-Systems-Verkauf bis dahin abgeschlossen ist, bleibt der entscheidende Gradmesser dafür, wie weit die Transformation zum reinen Verteidigungskonzern tatsächlich gediehen ist.
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