Rheinmetall Aktie: Satellite-Hoffnung?
Deutsche Bank prognostiziert für das dritte Quartal mehr als 40 Prozent Umsatzplus; Rheinmetall stärkt zugleich seine Liquidität.
Kurz zusammengefasst
- Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung
- Berenberg senkt Kursziel auf 1.020 Euro
- Kreditrahmen auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt
- Satellitenfertigung in Neuss angelaufen
Im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen blicken Marktteilnehmer mit gemischten Erwartungen auf Rheinmetall. Während der Kurs seit Jahresanfang um 40 Prozent nachgegeben hat, richten sich die Augen der Anleger auf den Zwischenbericht zum dritten Quartal. Das Rüstungsunternehmen plant die Veröffentlichung seiner Geschäftsergebnisse am 5. November.
Deutsche Bank setzt auf hohes Umsatzplus
Für Optimismus sorgt die Einschätzung von Deutsche Bank Research. Analyst Christoph Laskawi bestätigte am Dienstag seine Kaufempfehlung mit dem Votum „Buy“ und bezifferte das Kursziel auf 1.800 Euro. Laskawi rechnet für den anstehenden Bericht mit einem deutlichen Geschäftsausbau und prognostiziert für das dritte Quartal einen Umsatzzuwachs von mehr als 40 Prozent.
Dem steht eine vorsichtigere Haltung anderer Branchenbeobachter gegenüber. Berenberg stufte das Papier auf „Hold“ zurück und kürzte den Zielwert von 1.600 auf 1.020 Euro. Zur Begründung verwies das Bankhaus auf unsichere mittelfristige Wachstumsperspektiven. Um eine verlässliche Expansion über das Jahr 2030 hinaus zu sichern, benötige das Unternehmen weitere Auftragseingänge.
Bilanzielle Absicherung und gedrücktes Kursniveau
Am Markt spiegelt sich diese Zurückhaltung wider. Am Freitag ging die Aktie mit einem Schlusskurs von 935,30 Euro aus dem Handel und verharrt damit in der Nähe ihres bisherigen 52-Wochen-Tiefs von 902,50 Euro.
Auf finanzieller Ebene stellte der Konzern die Weichen für zusätzlichen Spielraum. Rheinmetall erneuerte eine syndizierte Kreditlinie vorzeitig und verdoppelte deren Volumen von zuvor 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro. Damit verschafft sich der Wehrtechnikkonzern zusätzliche Liquidität für die Bewältigung des operativen Hochlaufs und strategische Initiativen.
Ausbau der Aktivitäten im Weltraum
Parallel zum traditionellen Rüstungsgeschäft treibt das Düsseldorfer Unternehmen neue Technologien voran. Gemeinsam mit Argotec meldete Rheinmetall vor gut einer Woche den erfolgreichen Start eines ersten gemeinschaftlich entwickelten Satelliten. Der Transport in die Umlaufbahn erfolgte mit einer SpaceX-Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Space Force Base.
Zusätzlich baut die Sparte Rheinmetall ICEYE Space Solutions ihre Präsenz aus. Am Standort Neuss lief die Satellitenfertigung an. In diesem Zuge sicherte sich die Bundeswehr über das Aufklärungsprogramm SPOCK-1 den direkten Zugriff auf mehrere eigens dafür bereitgestellte SAR-Satelliten. Wie stark diese neuen Geschäftsfelder die künftigen Erträge stützen können, dürften die detaillierten Kennzahlen im November zeigen.
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